Nachhaltigkeit hat sich gelohnt

Doreen Sander (v.l.n.r.), Susanne Hohendorf, Ralf Krechel und Bettina Stürmer sind Teil der „grünen Gruppe“ und freuen sich riesig über den ersten Platz beim städtischen Nachhaltigkeitspreis 2019. Foto: Andrea Lemke

Damit hatte die Initiative „Grüngestaltung und Dorf in der Landschaft“, kurz die grüne Gruppe innerhalb des Projektes „Unser Dorf hat Zukunft“, überhaupt nicht gerechnet: Sie holte den ersten Platz beim „Nachhaltigkeitspreis 2019“ der Stadt Dormagen. Bei genauerer Betrachtung war das aber gar nicht so abwegig, denn was die Aktiven Susanne Hohendorf, Bettina Stürmer, Doreen Sander, Monika Walter, Doris Müller, Doris Scheske, Erich Esser, Gernot Göbert und Ralf Krechel in den vergangenen Monaten mit weiteren freiwilligen Helfern aus dem Ort geleistet haben, kann sich durchaus sehen lassen.
Da wäre zum einen der Gemeinschaftsgarten „Himmel un Ääd“, der biologisch und nachhaltig von mehreren Strabergern Familien bewirtschaftet wird. Möglich ist dies geworden, weil eine Landwirtin der Gruppe einen rund 440 Quadratmeter großem brachliegenden Bauerngarten zur Verfügung stellte. Der ist mittlerweile in kleinere Parzellen unterteilt worden. Heute nutzen ihn fünf Familien kostenfrei und können dort ihr Gemüse, Kräuter und Obst ernten. So entstand aus einer Brache wieder ein bunter und blütenreicher Bauerngarten. Um zur Verschönerung des Dorfes beizutragen und auch älteren Mitbürgern die Möglichkeit zu geben, ohne Fahrten in benachbarte Orte  Blumen und Kräuter zu erhalten, initiierte die Truppe bereits zweimal einen Blumenverkauf zum Selbstkostenpreis auf dem Linden-Kirch-Platz, der sehr gut angenommen wurde. Ein weiteres Projekt heißt „Naturschutz statt Luftschutz“. Dazu wurde der alte Kriegsbunker an der Ecke Kronenpützchen/Fasanenweg freigelegt, eine neue Eingangstür geschmiedet mit einem Einflugschlitz für Fledermäuse, spezielle Hohlblocksteine im Inneren sowie ähnliche Unterschlupfmöglichkeiten angebracht, damit sich dort zukünftig Fledermäuse wohl fühlen. Unterstützt wurde das Team bei diesem Projekt von Handwerkern und der Feuerwehr vor Ort sowie von der Stadt. Ebenfalls im Natur- und Artenschutz angesiedelt ist das Wohnungsprojekt für die Schleiereule. Die brütet besonders gerne in dunklen Ecken in Scheunen, oder Kirchdachböden. „Leider hat sie oft Wohnungsnot“, so Krechel.
Das soll sich ändern und die Schleiereule soll zukünftig ein neues Zuhause in einem eigens gezimmerten Spezialnistkasten, den die „Rentnerband“ von Hackenbroich gefertigt haben, im Kirchturm von St. Agatha bekommen. Zur Dorfverschönerung hat die Gruppe auch in einigen öffentlichen Rasenflächen im Herbst vergangenen Jahres jede Menge Osterglockenzwiebeln in die Erde gebracht, die schon im Frühjahr drauf die Straberger mit ihrer Blütenpracht begeisterten. Zu einem Dorf gehören auch Kinder und Jugendliche. Dank einer Schreinerei, die 30 Nistkästen professionell gezimmert und zusammengebaut hat, sollen im Herbst die Nistkästen für Meise, Star und Co. bemalt werden und deren Eltern dann zum Aufhängen im eigenen Garten zur Verfügung gestellt werden.
Alle Mühen haben sich gleich doppelt gelohnt: Zum einen partizipiert die Dorfgemeinschaft von vielen Projekten, zum anderen erhielt die Initiative zusätzlich noch 1.000 Euro, die mit dem ersten Platz des Dormagener Nachhaltigkeitspreises 2019 einhergehen.
Bürgermeister Erik Lierenfeld zeichnete nicht nur sie vor Kurzem aus, sondern auch weitere nachhaltige Projekte aus dem Stadtgebiet. Auf dem mit 750 Euro dotierten zweiten Platz landete das Projekt „Walddetektive“, eingereicht von Waldpädagogin Nina Kessler. Bei diesem Projekt steht die Bildung im außerschulischen „Lernort Natur“ im Mittelpunkt. Die beiden Gruppen der Walddetektive treffen sich einmal in der Woche für jeweils zwei Stunden und verbringen die gemeinsame Zeit in der Regel im Wald (Tannenbusch). Meist stehen die Treffen unter einem bestimmten Thema, zu dem dann geforscht, gebaut, gesammelt, experimentiert oder beobachtet wird. Der dritte Platz und 500 Euro ging an das Projekt „Berthas Garten“, den Schulgarten an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule. Der Schulgarten verknüpft ökologische, ökonomische und soziale Aspekte und macht sie durch eigenes Handeln erfahrbar. Die Schüler können im Schulgarten lernen, was Nachhaltigkeit bedeutet, warum sie wichtig ist und wie sie sich konkret umsetzen lässt. Den diesjährigen Anerkennungspreis, mit 250 Euro dotiert, erhielt das Projekt „Rhein Clean Up“ von Karin Schwanfelder. Damit würdigte die Stadt das herausragende Engagement Schwanfelders für die Umwelt und gegen die Vermüllung des Rheinufers und anderer Bereiche. ⇥-Andrea Lemke

Dormagener Radrennen

Bald wird die Innenstadt zur Rennstrecke für Radfahrer aller Klassen. Armateure und Elite-Armateure werden mit von der Partie sein, ebenso aber auch Kinder und Jugendliche.
Foto: RSC Nievenheim

Ein Sport-Event jagt das nächste: Gerade erst lieferten sich die Düsseldorfer EG und die Kölner Haie ihr erstes Derby in der Innenstadt (siehe unten), schon steht in drei Wochen das nächste sportliche Groß-Event in der Innenstadt an: das Dormagener Radrennen. Dazu schreibt Gregor Schwermer im Fußball „ECHO“ des VdS Nievenheim: „Als das Dormagener Wochenblatt ,Schaufenster’ im vergangenen Jahr aufrief, Events zu kreieren oder alte Events wieder aufleben zu lassen, die für die Innenstadt interessant sein könnten, um weiter attraktiv zu bleiben, meldete sich Martin Ritterbach. Seine Idee war es, das bis in die 80ziger Jahre in der Innenstadt ausgerichtete Radrennen, welcher seinerzeit die SG Bayer/EC Worringen veranstaltete, wieder stattfinden zu lassen. Das Schaufenster zeigte sich begeistert von der Idee.“ Und so ist es: Das SCHAUFENSTER präsentiert dank Ritterbach und seinem Engagement am Samstag, 10. August endlich wieder das „Dormagener Radrennen“. Unterstützt wird Ritterbach dabei nicht nur von Sponsoren, sondern auch tatkräftig von Gino Baudrie und Holger Pissowotzki, Mediaberater des Druck + Verlag Wegener GmbH. Aber auch ein rund 20-köpfiges Team des RSC Nievenheim steht Ritterbach, der selbst passionierter Radfahrer ist, zur Seite, damit die Innenstadt an diesem Tag zu einem Rundkurs wird. Gleich mehrere Rennen wird es am Samstag, 10. August, in der Zeit von 14 bis 21 Uhr geben. Darunter unter anderem ein Amateurrennen über 42 Runden und einer Gesamtlänge von 54 Kilometern, ein Promi-Einlagerennen über 2,4 Kilometer sowie ein Fettereifen- und Laufrad-Rennen für Kinder.
Vor allem aber wird eine Radsport-Legende in den Mittelpunkt gehoben. In Gedenken an den viel zu früh verstorbenen Fredy Schmidkte wird es ihm zu Ehren einen Gedächtnispokal geben. Schmidtke war Dormagener und holte 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles (USA) in einem spektakulären 1.000 Meter-Zeitfahren die Goldmedaille. Zudem hat er zahlreiche Weltmeisterschaften gewonnen und war mehrfacher Jugendmeister. Das Rennen um den Fredy Schmidtke-Gedächtnispokal wird mit Sicherheit viel zu bieten haben. „Es werden die besten Elitefahrer aus NRW teilnehmen, die sich ausnahmslos unter den ersten 500 in der Rangliste des Bundes deutscher Rennradfahrer wiederfinden“, verspricht Ritterbach. Das Rennen geht über 80 Kilometer und 62 Runden, wobei ein Schnitt von durchschnittliche 45 Stundenkilometern gefahren wird. Und: Das Rennen geht auch am Elternhaus Schmidtkes an der Von Stein-Straße vorbei. Das Rahmenprogramm kann sich ebenfalls sehen lassen. So ist der ADAC mit einem trickreichem Fahrradparcour vor Ort, für Kinder gibt es eine Hüpfburg, zahlreiche Aussteller präsentieren sich mit interessanten Themen, die EGN lädt zum Container-Schießen ein und auf dem Helmut-Schmidt-Platz werden Besucher deftige oder süße Leckereien finden. Die Karnevalsgesellschaft „Ahl Dormagener Junge“ versorgt die Gäste mit kühlen Getränken. Und am Ende gibt es noch eine große Tombola für den guten Zweck. Der Erlös kommt dem Rapahelshaus zugute. (-Andrea Lemke)

Tödliche Fütterung

Das Schaf starb beim Tierarzt. Foto: P. Norff

„Ich bin stocksauer“, macht Peter Norff aus Zons seinem Unmut und Trauer Luft. Am vergangenen Montag, 15. Juli, hatte ein bis dato Unbekannter mindestens ein Schaf, das mit einer Herde am Wallgraben in der Zollfeste weidet, unerlaubt gefüttert. „Gegen Mittag erhielt ich einen Anruf, dass eines der Schafe tot sei und so bin ich direkt dorthin gefahren“, so der Chef vom Eselpark Zons. „Das Schaf kam mir aber glücklicherweise entgegen getorkelt, hatte aber immense Schmerzen. Ich bin direkt zum Tierarzt gefahren. Doch alle Hilfe kam zu spät“, so Norff fassungslos über die Unvernunft der Spaziergänger, die vielleicht gar nichts Schlimmes im Sinn hatten. „Die Tiere dürfen auf keinen Fall gefüttert werden, sie vertragen das einfach nicht. Das Schaf hatten wir mit der Hand aufgezogen. Das ist ihm nun zum schmerzhaften Verhängnis geworden“, erklärt Norff und bittet alle Besucher eindringlich darum, auf keinen Fall Tiere auf einer Weide zu füttern. „Wir sind täglich zweimal vor Ort und kontrollieren alles“, so der Tierfreund. (-ale)