Vorfahrt missachtet

Gestern kam es gegen kurz nach 14.30 Uhr in der Dormagener Innenstadt an der Kreuzung Goethestraße/Vom-Stein-Straße zu einem Zusammenstoß zwischen einer 60 Jahre alten Fahrradfahrerin und einem 21 Jahre alten Autofahrer. Bei der Kollision wurde die Radfahrerin so schwer verletzt, dass sie von Rettungskräften zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei überquerte die Neusserin vor dem Unfall den Kreuzungsbereich ohne anzuhalten und missachtete dabei die Vorfahrt des von links kommenden Dormageners. Der konnte den Zusammenstoß trotz einer Vollbremsung nicht mehr verhindern. Bei der Unfallaufnahme ergaben sich jedoch auch Hinweise, dass der Mann die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern deutlich überschritten haben könnte. Das Verkehrskommissariat in Grevenbroich hat die weiteren Ermittlungen übernommen. (md/-oli)

Wahlsieger im Kreis: CDU

Im Rhein-Kreis Neuss haben gestern 189.844 Wähler ihre Stimme für den neuen Landtag in Nordrhein-Westfalen abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,6 Prozent, das sind zehn Prozent weniger als vor fünf Jahren. Das vorläufige Endergebnis bei den kreisweiten Zweitstimmen sieht folgendermaßen aus:

CDU 41,54 Prozent
– SPD 22,85 Prozent
– Grüne 16,44 Prozent
– FDP 7,21 Prozent
– AfD 4,58 Prozent
– Die Linke 1,33 Prozent.

Die drei Direktmandate im Rhein-Kreis Neuss holten:

Jörg Geerlings (CDU) im Wahlkreis 45 (Rhein-Kreis Neuss I). Er erhielt 40,58 Prozent der Erststimmen vor Arno Jansen (SPD) mit 32,21 Prozent.

Heike Troles (CDU) im Wahlkreis 46 (Rhein-Kreis Neuss II mit Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich). Für sie stimmten 42,54 der Wahlberechtigten, gefolgt von Birgit Burdag (SPD) mit 26,96 Prozent.

Lutz Lienenkämper (CDU) im Wahlkreis 47 (Rhein-Kreis Neuss III). Er konnte 44,96 Prozent der Erststimmen verbuchen vor Marcel Knuppertz (SPD) mit 22,40 Prozent.

Die Ergebnisse in den einzelnen Kommunen finden sich online auf www.rhein-kreis-neuss.de/wahl22. (md/-oli)

Vier Siege aus fünf Spielen sind Pflicht

Durch die unnötige 29:30-Niederlage (17:19) am vergangenen Mittwoch beim VfL Eintracht Hagen wird der Druck im Abstiegskampf der Zweiten Handball-Bundesliga für den TSV Bayer Dormagen noch größer. Das liegt einerseits daran, dass die Konkurrenten teilweise gepunktet haben. Andererseits bleiben Trainer Peer Pütz und seiner Mannschaft nur noch fünf Spiele, um das Unwahrscheinliche noch wahrscheinlich zu machen: Mindestens vier Siege müssen her, um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

Der TV Großwallstadt holte am vergangenen Dienstag gegen den ASV Hamm-Westfalen einen Zähler (27:27). Parallel zum TSV-Spiel in Hagen setzte der TuS Ferndorf mit einem deutlichen Heimsieg (30:23) gegen den TV Hüttenberg ein Zeichen. Das gelang dem Tabellendrittletzten einmal mehr nicht. Denn bei der Eintracht bestand durchaus die Möglichkeit, zumindest einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Und der wäre angesichts von Einsatz, Kampf und Leidenschaft sowie der keineswegs überragenden Leistung des VfL durchaus verdient gewesen. Doch am Ende versagten den Pütz-Schützlingen erneut die Nerven, blieben in der Endphase Torchancen ungenutzt und beim 30. Gegentreffer der Hausherren war deren Julian Athanassoglou sträflich frei. Ausgerechnet Youngster Sören Steinhaus war dann der TSV-Spieler, der nur wenige Sekunden vor dem Ende aus dem Rückraum auf das Tor warf – und damit am Hagener Keeper Tobias Mahncke scheiterte. Dem 18-Jährigen ist dafür kein Vorwurf zu machen. Eher schon seinem Trainer: Warum war der junge Akteur in der alles entscheidenden Minute überhaupt auf dem Spielfeld, anstatt auf die älteren, erfahreneren Spieler zu setzen?

Der TSV hat in den vergangenen fünf Spielen (nur ein Sieg) mindestens drei, wenn nicht sogar vier Punkte liegen gelassen. Die Pütz-Truppe hat mit 23 Zählern als Drittletzter den Klassenerhalt nicht mehr selbst in der Hand. Von den fünf noch ausstehenden Spielen sind zwar drei Zuhause, aber selbst acht weitere Punkte könnten möglicherweise nicht zum Klassenerhalt reichen. Denn der TSV schleppt als zusätzlichen Ballast das zweitschlechteste Torverhältnis der gesamten Liga mit sich herum – quasi einen weiteren Minuspunkt. Direkt nach der EM-Pause wurden in den Begegnungen bis Ende März auch schon einige Punkte liegen gelassen. Und das, obwohl im Gegensatz zur Hinrunde alle Leistungsträger an Bord waren und obwohl im Gegensatz zur Hinrunde, in der der TSV von Anfang an unter enormem Verletzungspech litt, noch zwei neue Spieler (Mislav Grgic, Artur Karvatski) als Verstärkung geholt worden waren. Bereits heute beginnt also die absolute Pflicht, wenn es im Sportcenter um 19.30 Uhr gegen den HC Empor Rostock geht. Da darf der TSV noch nicht einmal einen Punkt abgeben. Am Freitag, 20. Mai, sollte dann tunlichst ein Auswärtssieg bei TuSEM Essen folgen, um die Minimalchancen auf den Klassenerhalt zu wahren. (-oli)