Schiebeliste für Bauprojekte?

Die drei Spitzen der Stadtverwaltung legten für den Eigenbetrieb Dormagen (ED) jetzt eine aktuelle, aus ihrer Sicht machbare Planung für das laufende Jahr vor. Diese Priorisierung dürfte vor allem bei einigen Schulgemeinden im Stadtgebiet gar nicht gut ankommen. Denn von den im Vorjahr mit dem „Zukunftsplan Schule“ politisch verabschiedeten Großbaumaßnahmen werden aus Sicht von Bürgermeister Erik Lierenfeld, Kämmerin Tanja Gaspers und dem Ersten Beigeordneten Robert Krumbein Stand heute keine in die Planung, geschweige denn in die Ausschreibung oder Umsetzung gehen.

Wenn die Politik nicht in den anstehenden Sitzungen von Fach- und Hauptausschuss sowie Stadtrat eine Verrschiebung der Prioritäten beschließt, sind davon unter anderem folgende Projekte betroffen: das Schulzentrum Hackenbroich, insbesondere mit dem Neubau für die Realschule; die Sanierung der Turnhalle der Grundschule in Hackenbroich; die Sanierung der teilweise sehr mangelhaften Entwässerung auf den Schulhöfen; die Planung für die Erweiterung der Gesamtschule, der Neubau der Feuerwache in Stürzelberg; die Erweiterung der Feuerwehr-Hauptwache im TopWest. Sie wurden als „nicht umsetzbar“ eingestuft. Das gilt auch für den „Zukunftsplan Schule“ und die für dieses Jahr vorgesehene Grundsanierung der Theodor-Angerhausen-Schule in der Innenstadt. Dabei befindet sich dort Schimmel in Räumen des Kellergeschosses, wo die Erstklässler in der OGS betreut werden. Der Neubau einer Dreifachturnhalle am Bettina-von-Arnmim-Gymnasium taucht jetzt nur noch bei den Projekten auf, die die Priorität zwei haben. Das gilt auch für die Erweiterung und den Umbau der Regenbogenschule in Rheinfeld. Nur noch in der Priorität drei taucht die Sanierung der Sparkassen-Treppe in der City auf.

Die Einschätzung der Verwaltungsspitze beruht auf dem aktuellen Personalstand des Eigenbetriebs. Seit den Haushaltsberatungen im vergangenen November wird politisch heftig darüber gestritten, ob es neue Stellen für den ED geben soll, um mehr Projekte pro Jahr abarbeiten zu können. Lierenfeld forderte mehr Stellen, der Stadtrat lehnte diese bisher mehrheitlich ab. Auf eine Sondersitzung des Stadtrates im vergangenen Dezember folgt nun am Mittwoch, 5. Februar, eine Sondersitzung des Betriebsausschusses des ED. Im Ratssaal im Neuen Rathaus (Eingang an der Ecke Römerstraße/Castellstraße) geht es um 17.30 Uhr los. Gleich zu Beginn gibt es die obligatorische Einwohnerfragestunde. Das Grummeln und die Kritik, zum Beispiel in den betroffenen Schulen, wird immer lauter. Aufgrund der Serie an Pleiten, Pech und Pannen bei der Sanierung und Erweiterung der Sekundarschule, bei der vor allem die Kosten erheblich aus dem Ruder laufen (mein DORMAGEN berichtete mehrfach), ist bei nicht wenigen Bürgern der Eindruck entstanden, dass die Stadt ihre Bauprojekte nicht hinbekommt. (Oliver Baum)

 

Zwei Top-Sportevents

Das erste Februar-Wochenende bietet in Dormagen gleich zwei Sportevents mit Top-Niveau: Am Samstag beim „Preis der Chemiestadt“, dem Weltcup der Juniorinnen und Junioren im Säbelfechten, und am Sonntag beim Heimspiel der Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen gegen den HSV Hamburg. Ort des Geschehens in beiden Fällen: das Sportcenter.

Am Samstag, 1. Februar, messen sich dort die weltweit besten Säbelfechterinnen und -fechter der Junioren. Das Weltcup-Turnier „Preis der Chemiestadt“ findet bereits zum 45. Mal in Dormagen statt. Mehr als 300 Fechter aus rund 30 Nationen erwartet Olaf Kawald, Sportlicher Leiter Fechten beim TSV, am Höhenberg. „Die Favoriten kommen in diesem Jahr aus Russland, den USA und auch aus Italien. Aber vielleicht erleben wir auch eine faustdicke Überraschung. Alles ist möglich“, gibt Kawald eine vorsichtige Prognose ab. Natürlich stehen beim Heim-Weltcup vor allem die Starter aus Deutschland und im Speziellen aus den Reihen des gastgebenden TSV im Fokus. Bei den Damen ruhen die Hoffnungen des Deutschen Fechter-Bundes auf Julika Funke vom FC Würth Künzelsau, die bereits mehrfach international auf sich aufmerksam machen konnte. Aus den Reihen des TSV könnte Lisa Rütgers für eine Überraschung sorgen. Bei den Herren waren die beiden Dormagener Stefan Friedheim und Leon Schlaffer zuletzt in guter Form. „Wir freuen uns auf ein tolles Sportevent mit Fechtsport der Spitzenklasse und viele Gäste aus Sport und Politik, besonders aber natürlich über jeden Sportfan, der den Weg ins Sportcenter findet und die Athleten unterstützt“, so Kawald. Besonders spannend wird es am Samstag ab 18.30 Uhr, wenn auf der Hauptplanche die Finalgefechte (Top acht) starten.

Am Sonntag, 2. Februar, geht es um 17 Uhr im Sportcenter weiter: Zum Auftakt nach der Pause wegen der Handball-Europameisterschaft empfängt die Handball-Mannschaft von Trainer Dusko Bilanovic als Tabellensechster der Zweiten Bundesliga die Hamburger mit ihrem Trainer und Ex-Weltmeister Toto Jansen. Der HSV hat nur einen Punkt weniger auf dem Konto als der TSV. Der Spieltag der RheinLand-Versicherungsgruppe wartet mit verschiedenen Aktionen auf. Um 15 Uhr beginnt der „Familientag“ der Handball-Abteilung. Eine Hüpfburg ist vorhanden, geplant ist zudem Kinderschminken. Auf alle Gäste wartet eine riesige Kuchentheke. Gegen 15.30 Uhr präsentieren die Tanzmäuse der Karnevalsgesellschaft „Ahl Dormagener Junge“ ihr Können. Zwei Stunden vor dem Anpfiff werden die Tageskassen öffnen. Zuvor gibt es Tickets auch online auf www.handball-dormagen.de (print@home). (-oli)

Geschichten aus dem Stadtbus

Den Stadtbus nutzen meist die Menschen, die keinen Führerschein haben, wie beispielsweise Schüler. Aber auch Senioren sind häufig Fahrgäste. Demnach müssten die Busfahrer vielen verschiedenen Menschen begegnen. Das kann Oma Hilde von nebenan sein, die entweder mit dem Fahrer oder mit dir als Fahrgast einen kurzen Plausch hält, oder aber auch eher unbequeme Menschen wie ein angetrunkener Alkoholiker. Doch muss der Busfahrer betrunkene Menschen wirklich mitnehmen? Gemäß Paragraph 22 des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) besteht eine Beförderungspflicht im Straßenpersonenverkehr. Demnach ist der Unternehmer zur Beförderung regelmäßig verpflichtet. Doch geht von dem zu befördernden Fahrgast eine Bedrohung oder Gefährdung für die anderen Fahrgäste aus, darf der Betrunkene auch an der Haltestelle stehen gelassen werden. Leider hat dies ein Busfahrer in Dormagen nicht getan. So wurde ein älterer, sichtlich betrunkener Mann im Bus mitgenommen und zog durch wirres Gerede sämtliche Blicke auf sich. Ich war dabei. Der „Walk of Fame“ war es ganz bestimmt nicht.

Dann gibt es ja auch noch solche Personen, denen es nie schnell genug geht. Bedingt durch die Baustelle zwischen Zons und Stürzelberg entfallen in der Zollfeste gerade die Haltestellen „Kurfürstenstraße“ und „Nievenheimer Straße“. Dadurch entsteht eine zirka fünfminütige Wartezeit an der Haltestelle „Zollstraße“;  der Busfahrer nutzt die Zeit für eine Verschnaufspause und liest seine Zeitung. Dies passte einem jungen Mann offenbar nicht: Er beschwerte sich lautstark über die Wartezeit und das seiner Meinung nach „nicht angepasste Verhalten des Busfahrers“. Der Busfahrer forderte den Fahrgast daraufhin auf auszusteigen und den Weg zu Fuß fortzusetzen, wenn es ihm nicht schnell genug geht. Der junge Mann gab anschließend kleinlaut bei und blieb mucksmäuschenstill. Er wollte auf dem schnellsten Weg in die Innenstadt gelangen und das offensichtlich nicht zu Fuß.

Wie aus diesen Erlebnissen unschwer zu erkennen ist, erleben sowohl der Fahrgast als auch der Busfahrer Tag für Tag jede Menge. Busfahren ist im übertragenen Sinn so etwas wie eine Sozialstudie unserer Gesellschaft. Am schönsten sind doch immer die unerwarteten Begegnungen mit fremden Menschen. Wenn Oma Gisela von ihrer ersten Liebe schwärmt und Opa Herbert von seiner Zeit bei der Bundeswehr erzählt, dann ist das wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, zumindest für meine Fahrzeit von 20 Minuten.

Nun sind Sie gefragt, liebe Leserinnen und Leser. Schicken Sie uns ihre spannenden Erlebnisse und besondere Geschichten, die Ihnen während einer Busfahrt im Stadtgebiet von Dormagen passiert sind – am besten per E-Mail an redaktion@schaufenster-online.de. Wir freuen uns auf Ihre bunten Beiträge, die wir hinterher ganz oder teilweise im „Schaufenster zum Sonntag“ veröffentlichen wollen. (Amelie Vallbracht)