April, April…

Der gestrige Bericht auf meinDORMAGEN über die Vermarktung des Stadtnamens durch den Bürgermeister an einen lokalen Gin-Hersteller und weitere Vermarktungsgespräche mit anderen Unternehmen, die vor Ort ansässig sind, zum Beispiel für die Namensabtretung bei der städtischen Kulturhalle sind natürlich von Anfang bis zum Ende nicht ernst gemeint gewesen. Sie entbehren jeder realen Grundlage. Es handelte sich, passend zum Datum 1. April, um einen April-Scherz, der von der Pressestelle der Stadt Dormagen an die Redaktion herangetragen und vorbereitet wurde. Vielen Dank dafür! Und wer weiß es schon, vielleicht geht in der Redaktion in dieser Woche ja noch ein erster Leserbrief ein, indem sich ein Dormagener, der uns auf den Leim gegangen ist, über den Marketingclou der Stadt beschwert. (-oli)

Stadt vermarktet Namen

Rund 1,5 Millionen Euro spült der Deal in das Stadtsäckel: Ab Montag, 1. April, heißt Dormagen nicht mehr Dormagen – sondern Dormagin. „Ein lukratives Geschäft, das zudem unsere Verbundenheit mit der lokalen Wirtschaft zum Ausdruck bringt“, erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld (auf dem Foto auf der Startseite in der Mitte) die überraschende Zusammenarbeit mit den Spirituosenproduzenten Christian Schillings (links) und Daniel Reuter (rechts), die hinter verschlossenen Türen erfolgreich eingefädelt und vom städtischen Ältestenrat einstimmig abgesegnet wurde. Die Umbenennung ist zunächst auf eine Dauer von 41,5 Monaten befristet. „Weil unser Gin einen Alkoholgehalt von 41,5 Prozent hat“, erläutert Schillings augenzwinkernd.

Die Kosten für die neuen Ortseingangsschilder und die Änderung des städtischen Logos trägt der Gin-Hersteller. „Es ist natürlich eine kostspielige Aktion. Wir setzen aber auf die größtmögliche Öffentlichkeitswirkung – und die kostet eben“, betont Marketingstratege Reuter. Für den Verwaltungschef ist die Vermarktung von städtischen Namensrechten ein zukunftsträchtiges Geschäft mit viel Potenzial, das Gelder in den Stadthaushalt spült, die dort bisher nicht eingeplant waren. Eine win-win-Situation, an der auch die Kommunalpolitiker im Stadtrat ihre helle Freude haben werden, weil sich unerwartet finanzielle Spielräume ergeben.

„Wir befinden uns gerade in Gesprächen mit Amazon. Vielleicht tragen die städtischen Schulen schon bald den Namenszusatz Prime“, hofft Lierenfeld. „DHL“ möchte sein Logistik-Know-how künftig stärker im öffentlichen Sektor einbringen. „Bescheide der Stadt sollen spätestens in fünf Jahren nur noch per Drohne zugestellt werden“, erläutert der Bürgermeister. „Da haben wir in DHL einen Partner, mit dem wir entsprechende Lösungen entwickeln können“, so der Verwaltungschef weiter. Zudem sei „Aldi Süd“ an den Namensrechten der Kulturhalle an der Langemarkstraße interessiert. „Dazu hat das Kulturbüro bereits ein Meeting mit der Agentur von Aldi gehabt“, erzählt der Bürgermeister. Erste Ideen seien dabei entwickelt worden, an deren Ausarbeitung für ein präsentationsreifes Konzept schon gearbeitet würde. Als Claim sei „Große Kultur. Kleiner Preis“ denkbar. Heißen soll die „Kulle“ dann Medion-Halle. Auch das Ticketing für Dormagener Kulturevents soll künftig ganz bequem an der Kasse des Discounters möglich sein. „Den Wocheneinkauf erledigen und die Tickets fürs Konzert am Wochenende direkt dazu kaufen – das gibt es nirgendwo anders“, schwärmt Lierenfeld. „Das gibt es natürlich nur in Dormagin!“ (stp/-oli)

Dritter Sieg in Folge

Es war ein aus Dormagener Sicht grandioser Handballabend am Samstag, 30. März: Vor knapp 1.360 begeisterten Zuschauern gewann der TSV Bayer im Sportcenter gegen den VfL Lübeck-Schwartau in der Zweiten Handball-Bundesliga souverän und völlig verdient mit 31:23 (Halbzeit 16:11). Dabei war die junge Mannschaft von Trainer Dusko Bilanovic dem Gast aus dem hohen Norden fast durchgehend in allen Belangen überlegen. Vor allem die vom starken Heider Thomas (1), der auch im Angriff einige Akzente setzte, erneut hervorragend angeführte Abwehr erwies sich für den VfL immer wieder als unüberwindbares Bollwerk. Im Angriff war beim dritten Sieg des Aufsteigers in Folge Kreisläufer Carl Löfström (5) nach seiner Vertragsverlängerung um gleich zwei Jahre nicht zu stoppen. Der TSV verbesserte sich durch den Erfolg sowie die Punkte 23 und 24 auf den 13. Tabellenplatz. Die ausführliche Berichterstattung folgt am Mittwoch, 3. April, in der nächsten Printausgabe des Rheinischen Anzeigers. (Oliver Baum)