Programm verlängert

In einer Hängematte die frische Waldluft genießen, in einer natürlichen Kunstwerkstatt kreativ werden oder ein atemberaubendes Lichtspektakel erleben – dies und noch viel mehr verspricht die 16. Tannenbusch-Woche auf dem 100 Hektar großen Waldstück. Das kostenfreie Programm mit einer Mischung aus Information und Unterhaltung war zunächst für Sonntag, 12. Mai, bis Sonntag, 19. Mai, geplant. „Die Nachfrage, besonders nach den waldpädagogischen Führungen, ist bereits sehr hoch. Dieses große Interesse freut uns sehr und hat uns dazu veranlasst, noch weitere drei Führungen anzubieten und den Veranstaltungszeitraum zu verändern“, so Organisator Guido Schenk. Eine weitere Neuheit ist, dass die Tannenbusch-Woche bereits im Mai und nicht erst im Juli vor den Sommerferien ausgerichtet wird. Auch dieser Terminverschiebung ist laut Schenk die große Resonanz auf die waldpädagogischen Führungen geschuldet. Veranstaltet wird die Tannebusch-Woche von der Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) mbH mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SWD) Dormagen. Das SCHAUFENSTER zum Sonntag begleitet die Erlebniswoche als Medienpartner.

Einen Schwerpunkt bildet diesmal das Thema „Waldbaden“, welches an das japanische „Shirin Yoku“ angelehnt ist. „,Waldbaden’ ist das achtsame Schlendern ohne Absicht und das Eintauchen in den Wald, bei dem wir alle Sinne weiter öffnen“, beschreibt Waldguide Hermann Schmidt diese in Japan schon seit den 80er Jahren als Medizin betrachtete Praxis. Für verschiedene Gruppen wird das „Waldbaden“ unter der Leitung von Schmidt von Dienstag, 14. Mai, bis Samstag, 18. Mai, angeboten. Weitere Infos zu den einzelnen Terminen und die Möglichkeit zur Anmeldung für die noch verfügbaren Plätze gibt es unter Tel. 02133/27 26 25 immer montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr.

Offiziell eröffnet wird die Tannenbusch-Woche aber bereits am Sonntag, 12. Mai, mit einem Fest von 11 bis 17 Uhr. Bürgermeister Erik Lierenfeld wird dabei als Schirmherr einige Worte an die Besucher richten und kündigte bereits jetzt an: „Wir haben eine kleine Überraschung zwischen der Stadt Dormagen und der SVGD geplant, die wir bei der Eröffnung bekanntgeben werden“. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die „Bläsergruppe Zons“ und der Chor des Waldkindergartens. Hightlights werden die Schau der Greifvogelstation Hellenthal und ein Ritterlager sowie Schwertkampf der „Zonser Garnison“ sein. Für Kinder gibt es bei dem Fest auch verschiedene Mitmachaktionen.

Doch auch vor der Eröffnung können Interessierte schon am ersten Programmpunkt der Tannenbusch-Woche teilnehmen. Denn bereits von 7 bis 11 Uhr wird für Frühaufsteher eine Vogelstimmenwanderung unter dem Motto „Hört mal!“ angeboten. Der Hobby-Ornithologe Wolfgang Tylus präsentiert dabei, welche heimischen Vogelarten im Wald singen und fliegen. Treffpunkt ist der Parkplatz am Geopark. Eine Anmeldung unter Tel. 02133/822 55 oder Tel. 02133/820 82 ist erforderlich. (jvh)

Musenfenster zu sehen

Im Juli 2018 waren sie noch alle da: die Musenfenster in der BvA-Aula, die schon saniert wurde. (Foto: -oli)

Otto Andreas Schreiber gehörte zu den bedeutendsten Künstlern in der Dormagener Stadtgeschichte. Der Maler und Zeichner, der von 1954 bis 1978 in der Innenstadt wohnte, „schuf kraftvolle Figuren- und Landschaftsstudien in der Formensprache eines expressiven Realismus“. So beschreiben Konrad Donhuijsen und Rosemarie Donhuijsen-Ant seine Arbeit in dem Buch „Otto Andreas Schreiber – Ein Malerleben“. Die Stadt Dormagen und der Geschichtsverein Dormagen ehren Schreiber jetzt mit einer Ausstellung, die Bürgermeister Erik Lierenfeld am Freitag, 10. Mai, um 19.30 Uhr in der Glasgalerie des städtischen Kulturhauses an der Langemarkstraße 1-3 eröffnen wird. Die Vernissage begleitet die Einweihung der vier Musenfenster Tanz, Musik, Epik und Drama. Die einst für die Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums geschaffenen Glasfiguren finden in der Glasgalerie des Kulturhauses einen neuen dauerhaften Platz. Grund für ihren „Umzug“ war die vorangegangene Zerstörung der anderen Schreiber-Fenster im Zuge der Sanierung der Schulaula (meinDORMAGEN berichtete).

In der Glasgalerie werden vom 10. Mai bis 13. Juni auf drei Etagen etwa 80 Werke Schreibers zu sehen sein. Joachim Fischer, Helmut Garritzmann und Dieter Frankenstein haben die Ausstellung mit Hilfe mehrerer Bürger, die ihre Kunstwerke leihweise zur Verfügung gestellt haben, mit viel ehrenamtlichem Engagement konzipiert. Otto Andreas Schreiber (1907 bis 1978) lebte ab 1954 mit seiner Familie in der damaligen Bismarckstraße und heutigen Friedrich-Ebert-Straße in der Dormagener Innenstadt. Unter dem Dach seines Hauses führte er auch sein Atelier. Seine künstlerische Arbeit (Ölgemälde auf Leinwand und Papier, Aquarelle, Gouachen und mehr) ist geprägt von eigenwilliger expressionistischer Ausdruckskraft und der stilistischen Nähe zur Glasmalerei. Zahlreiche bedeutende Glasmalereiarbeiten hat er für öffentliche Gebäude und sakrale Bauten in Dormagen sowie in der näheren und weiteren Umgebung entworfen und in Zusammenarbeit mit der Glasmalereifirma Hein Derix in Kevelaer verwirklicht. Seine Bilder zeigen sehr oft Landschaftsdarstellungen, dörfliche Szenen, Stillleben und Porträts. Bei der öffentlichen Ausstellungseröffnung am Freitag, 10. Mai, sprechen neben dem Bürgermeister auch Professor Dr. Konrad Donhuijsen und Schreibers Sohn Dr. Mathias Schreiber. Die Ausstellung ist bis zum 13. Juni montags bis freitags jeweils von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. (-oli/stp)

IG „Mozartstraße“ aktiv

Gegen den Vorentwurf des Bebauungsplans Nummer 531 „Beidseits der Beethovenstraße“, mit dem sich der städtische Planungsausschuss am 19. Februar befasst hat, regt sich Widerstand: Alle Anwohner der Mozartstraße haben sich in der gleichnamigen Interessengemeinschaft (IG) zusammengeschlossen. Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung haben zwei IG-Mitglieder Einspruch beim Bauamt eingelegt und Veränderungsvorschläge vorgetragen. Eine Unterschriftenliste soll nachgereicht werden, um deutlich zu machen, dass mehr als 60 Anwohner gemeinsam an einem Strang ziehen.

Durch den bevorstehenden Abriss der Realschule sowie der benachbarten Turnhalle und des  Sportplatzes an der Beethovenstraße hat sich für die Stadt die Möglichkeit ergeben, ein neues, großes Wohnquartier zu planen. Mit einem städtebaulichen Wettbewerbsverfahren wurde das Ziel verfolgt, aus dem Areal ein modernes Wohngebiet mit urbanen Stadthäusern und Mehrfamilienhäusern mit Miet- und Eigentumswohnungen zu entwickeln. Der Siegerentwurf wurde in einem Masterplan konkretisiert. Der Masterplan wiederum sollte als Grundlage für die Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplanes dienen. Die seit Anfang des Jahres geltende Landesbauordnung NRW beinhaltet, so die Verwaltung in der Drucksache für den Planungsausschuss, zahlreiche Neuerungen in Bezug auf die Abstandsflächenregelung, die Gebäudehöhen (Geschossigkeit), den Stellplatznachweis und den Brandschutz. Den Begriff des „Staffelgeschosses“ gibt es demnach nicht mehr. Nach der neuen Definition der Vollgeschossigkeit sei es nunmehr möglich, mehrere zurückspringende Obergeschosse übereinander zu errichten. Aufgrund dessen wurde der Masterplan teilweise geändert, wodurch es aber „zu keiner signifikanten Änderung der ursprünglichen städtebaulichen Konzeption des Siegerentwurfs“, so die Verwaltung, gekommen sei.

Das sehen die Mitglieder der IG anders. Ende Mai 2018 hatte die Stadt zu einer Bürgerinfoveranstaltung in die Kulle eingeladen. Die IG kritisiert, dass damals nur von einer Bauhöhe von zwei oder drei Geschossen die Rede gewesen sei. Einzige Ausnahme sei ein sechsstöckiges Hochhaus an der Ecke Haberlandstraße/Beethovenstraße gewesen. Im Bebauungsplanentwurf seien nunmehr fast nur noch fünf oder sechs Geschosse vorgesehen. Damit liege eine „erhebliche Planungsänderung“ vor. Außerdem sei der Spielplatz entgegen der Ursprungsplanung in Richtung der angrenzenden Gärten der Mozartstraße verschoben worden. Das führe zu einer Zunahme an Lärmimmissionen. Die Erhöhung der Gebäude auf bis zu 16 Metern bei fünf Geschossen beeinträchtige die Gartennutzung. Die Nutzung der Gärten werde dadurch eingeschränkt, dass es einen deutlich früheren Schattenwurf durch die neuen hohen Gebäude geben werde als bisher. Außerdem werde die Privatsphäre der Bewohner durch die Einsichtmöglichkeiten der hoch wohnenden neuen Nachbarn gestört. Die fünfstöckige Bauweise sei doch eher etwas für den nördlichen Bereich hinter dem städtischen Hallenschwimmbad, wo es keine vorhandenen Anwohner gebe. Der Spielplatz könne geteilt und dafür ein zweiter Spielplatz in dem Grüngürtel in Richtung der Haberlandstraße errichtet werden. Das hätte zudem den Vorteil, dass Kleinkinder nicht die Beethovenstraße überqueren müssten, um zum Spielplatz zu kommen. Denn die Straße werde durch die prognostizierte Zahl von bis zu 1.000 im „Beethovenquartier“ wohnenden Menschen bei geschätzt entstehenden 460 Wohnungen zukünftig deutlich stärker befahren, so die IG. Es sei der Eindruck entstanden, dass in dem neuen großen Wohngebiet jetzt vor allem auf „Masse“ gesetzt werde, ein Fehler, der schon in den 70er Jahren gemacht worden sei. Zu befürchten sei eine Abnahme der Wohnqualität in den umliegenden Straßen, wovon neben der Mozartstraße auch Teile der Schubertstraße und der Beethovenstraße betroffen wären. Die IG spricht sich deshalb für eine Reduzierung der Geschosshöhen und (oder) für einen Verzicht auf Staffelgeschosse aus, um einen harmonischeren Anschluss an die Nachbargebäude zu erreichen. Die nähere Umgebung werde in der Bebauung durch Zweigeschossigkeit mit Satteldach beherrscht.

Für Erstaunen hat bei den IG-Mitgliedern die Fällung von 50 Bäumen im an ihre Gärten angrenzenden Grüngürtel vor dem vorhandenen Spielplatz an der alten Realschule gesorgt. Die Stadt Dormagen habe, so die IG, die Fällung mit der Begründung veranlasst, die Bäume hätten alle Pilzbefall. Aufgrund der Rodungsmaßname sei bei Neuanpflanzungen die Einhaltung der Abstandsflächen zu den Grundstücken der Mozartstraße nicht mehr möglich. Insgesamt sei der „Verdichtungsgrad“ des neuen Quartiers viel zu hoch, soziale Konflikte und verkehrliche Probleme seien deshalb vorprogrammiert, so die IG. Sie will am Ball bleiben und mit ihren Einwendungen auch in der Bürgersprechstunde im nächsten Planungsausschuss am 26. Juni aktiv werden. (Oliver Baum)