Ostermarkt am Kloster

Kunsthandwerk im historischen Ambiente und Mitmach-Aktionen wie Stockbrot-Backen – das erwartet die Besucher auf dem neunten „Ostermarkt Kloster Knechtsteden“ am Sonntag, 21. April, und Montag, 22. April. Im Kulturhof mit „Theaterscheune“ und „Bullenstall“, der inmitten der Klosteranlage Knechtsteden liegt, zeigen am Ostersonntag von 13 bis 18 Uhr und -montag von 12 bis 18 Uhr Handwerker sowie Kunsthandwerker ihre hochwertigen Waren und Unikate aus den verschiedensten Materialien. Mit dabei sind unter anderem Osterfloristik und Glasperlen, Unikate vom Webstuhl, Keramik-Pflanzenstecker, Felle, Chutneys und Tees, Schokoladenspezialitäten, Porzellan-Leuchten, Drechsler, Walkwolle, Holzunikate, Edelsteine und Textilunikate. „Bei der Auswahl der Aussteller ist wie immer ein hoher qualitativer Maßstab angelegt worden“, betont die Zonserin Ute Godyla, die für die Marktgestaltung verantwortlich zeichnet. Der Ostermarkt ist ein guter Tipp für alle, die Interesse und Freude an Kunsthandwerk, Ausgefallenem, Schönem und Kreativem haben. In diesem Jahr sind 19 neue Aussteller im Kulturhof mit dabei.

Die Gottesdienste in der Basilika Knechtsteden finden an den beiden Tagen um 8 und 18 Uhr statt. Zudem ist jeweils um 10.30 Uhr ein Festhochamt. Rund um den Ostermarkt gibt es ein traditionelles Familienprogramm: Am ersten Markttag besucht der Osterhase um 15 Uhr den Ostermarkt und verteilt an die jungen Besucher Ostereier und süße Überraschungen. Auf Kinder wartet am Ostermontag ab 15 Uhr ein kleines Lagerfeuer, an dem sie Stockbrot selber backen können. An beiden Tagen gibt es (je nach Wetterlage) als kleines Ostergeschenk für die jüngsten Besucher eine kostenlose überdachte Hüpfburg. Für das passende kulinarische Angebot mit Bratwurst im Röggelchen, Crêpes und Reibekuchen, Flammkuchen sowie Snow-Ice und Milchshakes ist gesorgt. Neben Heißgetränken und nichtalkoholischen Erfrischungsgetränken wird auch das beliebte Knechtstedener Schwarzbier angeboten. Kaffee und verschiedene Kuchen runden das Angebot ab.

Der Eintritt zum „Ostermarkt Kloster Knechtsteden“ kostet für Erwachsene 3 €, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Weitere Infos gibt es bei der Veranstaltungsagentur „lucky write“ unter Tel. 0173/581 14 99. Parkplätze, Fahrradständer und eine Bushaltestelle stehen am Klosterhof zur Verfügung. (eb/jvh)

Fünf Tage Jerusalem

Michael Conrad war von Jerusalem sehr begeistert. (Foto: Michael Conrad)

Michael Conrad hat im März an einem Halbmarathon in Jerusalem teilgenommen und berichtet von einer unbeschreiblichen Erfahrung. Eine schöne Geschichte gerade zur jetzigen Osterzeit.
Vor einigen Jahren kam mir die Idee, meine Lauffreude mit dem Eintauchen in die Stadt in den judäischen Bergen, den Stätten von Altem und Neuem Testament, des Islam zu verbinden. Ich möchte am Jerusalem-Marathon teilnehmen und dabei den Halbmarathon bestreiten – 21 Kilometer vor einmaligem Hintergrund. Als ich Mitte März aufbreche, um diese Idee wahr werden zu lassen, mache ich mich bereit, einzutauchen. Einzutauchen in die Begegnung mit Kulturen und Menschen, Historie und Aktualität, Geschichte und Moderne. So genieße ich nach meiner Ankunft am ersten Abend im Viertel rund um den Markt Mahane Yehuda das Treiben, die Vielfalt der Menschen, ihre ansteckende fröhliche Stimmung. Ich bin bereit! Am Morgen wache ich gewohnt früh auf. Ich beschließe, das Frühstück im Hotel gegen die Morgenstimmung an der Grabeskirche, den Gang nach Golgatha zu tauschen. Der Weg dahin birgt ganz irdische Hindernisse: Es ist nicht einfach, ohne Sprach- und ohne Schriftkenntnisse eine Fahrkarte für die Straßenbahn zu lösen. Ich entdecke den kleinen Hinweis „English“ und das Meer hebräischer Schriftzeichen löst sich auf. Es kann losgehen. Und in der Tat: kurz nach acht erlebe ich den Platz vor der Grabeskirche fast menschenleer. Er lädt ein, zu verweilen. Ich setze mich auf die Stufen, genieße die Ruhe. Mit dieser Ruhe ist es vorbei, als ich die Kirche betrete. Auf Golgatha, der „Schädelstätte“, der Stelle der Kreuzigung Jesu wird eine orthodoxe Andacht gehalten. Liturgische Gesänge, Weihrauch, inbrünstige Gebete. Überraschend und intensiv. Ich kehre zurück nach Mahade Yehuda, besuche den berühmten Markt, den „Shuk“, lasse mich treiben. Die Sonne scheint. So viele Aromen, Farben, Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, ein buntes Treiben, eine tolle, lebendige Atmosphäre. In den Cafés des Marktes hole ich das Frühstück nach. Was für ein Auftakt in „mein“ Jerusalem! Nach einem inspirierenden Treffen mit Freunden im Hotel bringt mich der Nachmittag wieder in die Altstadt und auf den Berg Zion. Ich erlebe 3.000 Jahre Geschichte, Stätten der Menschheit. Um das Grab König Davids liegt eine Synagoge. Freundlich empfängt mich ein älterer Jude. Ich erlebe – wie so oft – keine Berührungsängste und sage leise „toda“ (Danke). Eine Holocaustgedenkstätte sowie der Zugang zum Grab Oskar Schindlers sind leider verschlossen. Dennoch: Am Eingang halte ich inne. Oskar Schindler, Gerechter unter den Völkern. Kein Vergessen, nie wieder, wir sind mehr! Der Saal des ersten Abendmahls, dieser Geburtsort der Christenheit, ist von schöner Schlichtheit. Aufgefüllt von Besucherströmen aus aller Welt. Nur wenig später stehe ich vor der Klagemauer, der Western Wall des zerstörten Tempels, Zentrum des Judentums. Darüber erhebt sich majestätisch die Goldene Kuppel des Felsendoms, eine der heiligsten Stätten des Islams. Der Platz liegt friedlich, intensive Quelle allen Glaubens. Schalom Yerushalayim! Salam al-Quds! Am nächsten Tag stoße ich beim Frühstück zu meiner Laufgruppe. Ein sympathisches Team von 21 Läufern und vier Begleitpersonen um Reiseleiter Nils. Freundliche, fröhliche Stimmung, eine gespannte, erwartungsvolle Atmosphäre vor dem Wettkampf. Ein erster Ausflug mit unserer Fremdenführerin Dina bringt uns auf den Ölberg. Nach dem Blick über die Stadt gehen wir zu Fuß bergab zum Garten Gethsemane. Der Gang bringt eine besondere Erfahrung: Es regnet aus allen Richtungen nur nicht von oben, ein kalter Wind pfeift. Wir sind klitschnass. Aber es lohnt: Gethsemane, von Gat-Schmanim – Ölpresse ist ein Ort besonderer Ausstrahlung. Alte Olivenbäume mit Blick auf das nun verschlossene Goldene Tor, durch das Jesus Palmsonntag die Stadt betreten haben soll. In der Kirche der Nationen finden wir die Stätten des Gebets voller Angst, des Verrats, der Verhaftung Jesu. Der Ort fesselt irgendwie. Am Ausgang liegen Olivenzweige zum Mitnehmen, ein schönes Andenken. Zurück in der Altstadt bringt uns der Gang über die Via Dolorosa und durch die verschiedenen Viertel. Moslems, Juden, Christen, Armenier haben ihre Bereiche mit eigenem Flair. Römer und andere haben Spuren hinterlassen. Vielfältiges Jerusalem. Freitag, Lauftag! Wegen des anstehenden Sabbats startet der Lauf früh. Das heißt: 4.30 Uhr aufstehen, leichtes Frühstück, parat machen. Um 6 Uhr Abmarsch zum Startplatz im Sacher Park nahe der Knesset. Bereits eine Dreiviertelstunde später startet der Halbmarathon. Die Sonne kämpft sich durch, die Nässe auf den Straßen verdampft. Es wird warm, es wird ein herrlicher Tag! Los geht’s. Ich genieße den Lauf, das Umfeld, die Atmosphäre. Mein Traum wird wahr. Wir laufen vom Sacher Park Richtung Altstadt. Es geht hinauf zum Jaffa Tor. Oben auf den Zinnen der Stadtmauer winkt ein grüner Vogel, am Rand stehen Clowns, klatschen uns ab. Wir laufen durch das armenische Viertel, zum Zionstor geht es wieder hinaus, weiter durch die Stadt. Was für ein Ambiente. Das hier irgendwo tatsächlich eine Gruppe Dormagener steht und anfeuert, ahne ich nicht. Das Terrain ist hügelig. Es geht ständig auf und ab. Es zehrt, es schmerzt. Ich werde langsamer. Es ist mir egal. Die Stimmung an der Strecke ist großartig. Ich laufe in Jerusalem! Lang und zäh zieht sich die Zielgerade fast drei Kilometer bergauf. Das ist nicht fair, verlängert aber das Erlebnis. Am Ende bin ich geschafft, habe es geschafft und bin happy. Nachmittags treffen wir uns in der Lobby. Die Anspannung ist gewichen. Wir sind im Ziel, tauschen Eindrücke und Emotionen, strahlende Gesichter. Fröhlich schlendern wir nochmals durch die Altstadt. Gehen zur Klagemauer, Erleben das Treiben auf dem Platz. Und wir erleben, wie sich der Sabbat langsam und feierlich über die Stadt legt. Die Straßenbahn fährt nicht mehr, der Lift im Hotel fährt jetzt ununterbrochen. Die Kaffeemaschine ist stillgelegt. Feuer machen ist nicht erlaubt an Sabbat. Auch das ist Jerusalem. Ein letzter Ausflug führt uns auch durch die West Bank, zeigt die Besonderheiten und die Zerbrechlichkeit des Landes, der Region. Eine Mauer trennt die Gebiete. Bedrückend, das zu sehen. Dann ist es Zeit, Abschied zu nehmen von Jerusalem. Von dieser vielfältigen Stadt, den Kulturen, den Menschen, Emotionen und Inspiration. Ich habe ein friedliches fröhliches Jerusalem erlebt. Das wünsche ich den Menschen hier, der Stadt, der Region. Schalom, salam! Und ich sage danke. Danke Nils und Deinem Team für Lebenslust und perfekte Organisation. Danke Dina für Deine herzliche Art und Führungen durch Stadt und Land, Gespräche über Besonderheiten der Menschen und ihre Gefühle. Und danke, Jerusalem! Du warst ein Geschenk.

Kein Respekt vor Toten

Dort, wo früher eine Madonna stand, ist jetzt nichts mehr. (Foto: privat)

Keine Skrupel empfanden Täter in der vergangenen Woche, als sie Gräber schändeten, indem sie teure Bronzefiguren mitgehen ließen. Es war ein Schock für Hanne Breitmar und ihren Ehemann Hans-Willi, als sie am vergangenen Sonntag durch einen Anruf davon erfuhren, dass die Madonna-Figur samt Kind aus Bronze von ihrem Familiengrab auf dem Friedhof an der Mathias-Giesen-Straße gestohlen worden war. Noch in der vorigen Woche hatte Hanne Breitmar liebevoll das Grab schön hergerichtet. Und nun das! „Mein Mann war völlig fertig, als er von dem Diebstahl erfuhr. Die Madonna war nämlich ein Geschenk“, erklärt sie. Noch zu Lebzeiten hatte sich ihre Schwiegermutter eine Madonna gewünscht. Ihre Kinder hatten ihr diesen Wunsch erfüllt. „An Muttertag vor elf Jahren haben die Kinder ihr diese Statue geschenkt. Neben dem finanziellen Schaden ist für uns daher der ideelle Wert unbezahlbar“, fährt Hanne Breitmar fort. Noch am vergangenen Sonntag erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Der Diebstahl der Figur ihres Familiengrabs war kein Einzelfall. Die Polizei registrierte gleich mehrere Fälle dieser Art auf den Gräbern dieses Friedhofs. Im Zeitraum vom 8. April bis zum 15. April entwendeten Unbekannte vorwiegend Bronze- und Messingskulpturen von bisher fünf Gräbern. Die entwendeten Gegenstände haben zum Teil einen vierstelligen Wert. Die Kriminalpolizei ermittelt. Wer Hinweise zu möglichen Tätern oder zum Verbleib der Beute geben kann, wird gebeten sich mit der Polizei unter Tel. 02131/30 00 in Verbindung zu setzen. Die Familie Breitmar hat bereits einer neue Madonna-Figur in Auftrag gegeben, aber „sie wird nicht die gleiche Erinnerung haben, sondern uns immer an diese unsägliche Grabschändung erinnern.“( -Andrea Lemke)