„Einmal für Deutschland im Nationaltrikot fahren“

Angela Heinisch ist begeisterte Inline-Speedskaterin

„Einmal für Deutschland im Nationaltrikot fahren“

Speedskating ist eine Disziplin im Inlineskaten und zählt eigentlich immer noch zu den Randsportarten. In Dormagen beispielsweise gibt es überhaupt keinen Verein, der diesen Sport anbietet. Und dennoch hat die Rheinfelderin Angela Heinisch bereits tolle Leistungen vorzuweisen. Sie ist mehrfache Landesmeisterin NRW und war schon dritte bei den Deutschen Meisterschaften in ihrer Altersklasse.
Hallo Angela, Du wirst Dich für einen Platz im dsj academy camp (des Deutsch Olympischen Sportbundes) in Buenos Aires bewerben. Warum?
Ich liebe und lebe meinen Leistungssport und freue mich riesig darüber, dass Speedskating erstmals bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen im Oktober dabei ist. Es wäre ein wahrer Traum, live vor Ort zu sein und mich in eine mir noch unbekannte Kultur einzuleben. Das ist eine super Möglichkeit Olympia endlich hautnah kennenzulernen. Zudem könnte ich dann noch andere Leistungssportler in meinem Leben kennenlernen.
Hast Du denn schon eine Zu- oder Absage erhalten?
Nein, noch nicht. Anscheinend hat sich etwas verzögert, noch ist alles offen.
Glaubst Du, dass das Speedskating damit bekannter wird?
Auf jeden Fall. Der Sport hat damit endlich die Chance, sich als Mitglied dort beweisen zu dürfen. Schon seit Jahren verfolgt die „Fédération Internationale de Roller Sports“ das Ziel, in die Olympischen Sportarten aufgenommen zu werden. In Paris wird es 2024 dann endlich Wirklichkeit.
Was macht der Sport für Dich aus?
Er ist eine Leidenschaft und eine Lebenseinstellung, die mich prägt. Er ist weit mehr als ein Hobby, er ist ein Teil meines Lebens. Ich fühle mich im Verein wie bei einer zweiten Familie.
Wo trainierst Du denn? In Dormagen gibt es ja kaum Möglichkeiten, oder?
Jetzt im Winter trainiere ich in der Radsporthalle in Büttgen. Wir treffen uns auch viel an der Messe in Düsseldorf und immer da, wo wir guten Asphalt und keine Autos finden. In Dormagen wurde zu meiner Freude die Verbindungsstraße zwischen Rheinfeld und Zons neu asphaltiert, da trainiere ich sehr viel, oft auch alleine. Am meisten Spaß macht es Rennradfahrer zu treffen. Die geben einen guten Windschatten und sind immer überrascht, wenn ich bei gut 30 Stundenkilometern immer noch an ihnen vorbei fahre (lacht).
Wie schnell fährst Du oder die anderen in der Regel?
Das kommt darauf an. Wenn ich einen Marathon unter 1,25 Stunde fahre, heißt das im Durchschnitt eine Geschwindigkeit von über 30 Stundenkilometern. In meiner Altersklasse war ich beim Berlin-Marathon mit 1:24 Stunden auf Platz vier oder fünf. Im Endspurt und bei Kurzstrecken auf der Bahn sind auch schon mal 60 Stundenkilometer drin.
Wie bist Du zum Speedskaten gekommen?
Mit zehn Jahren habe ich per Zufall eine sogenannte Rollnacht in Düsseldorf gesehen. Das hat mich auf Anhieb begeistert. Dann haben wir zufällig ein Inlinerennen gesehen und da stand dann endgültig fest: Das ist mein Sport!
Wie kriegst Du Schule und Sport unter einen Hut, du musst sicherlich viel trainieren?
Oh ja, jetzt in der Oberstufe ist das schon ein Thema. Sechs bis sieben Mal Training pro Woche und Schule, da bleibt weniger Zeit für Freunde außerhalb des Sports, aber bisher bekomme ich das ganz gut geregelt. Ich kann ja auch mal vor der Schule einen Trainingslauf auf Turnschuhen machen, und dann hab ich auch Freistunden, in denen ich auch gut Trainieren kann. Dann darf ich in der Schule auch duschen und mich umziehen. Das passt dann.
Gab es schon einmal einen bösen Sturz?
Nicht nur einen. Wir sind mittlerweile Semiprofis bei der Versorgung von Schürfwunden. Das gehört leider zum Sport dazu. Aber nie habe ich ein Rennen wegen eines Sturzes nicht beendet. Außer 2017 bei den Deutschen Meisterschaften, da bin ich im Krankenwagen durchs Ziel gekommen. Sehr ärgerlich!
Was ist dein größter Traum?
Einmal für Deutschland im Nationaltrikot fahren.
Liebe Angela, vielen Dank für das Gespräch. -A. Lemke
–——————————–
Angela Heinisch trainiert bei den Speedskater Düsseldorf im VfR Büttgen. Zudem ist sie dort auch als Trainerin aktiv. Wer den Sport näher kennenlernen möchte, bekommt Infos im Netz auf: www.speedskater-duesseldorf.de.

Wer setzte Autos im Walddorf in Brand?

Die Anwohner der Straße „An der Burg“ müssen dieser Tage ein mulmiges Gefühl haben, wenn sie ihr Fahrzeug dort parken. Denn innerhalb von einer Woche brannten dort gleich zwei Fahrzeuge.
Bereits am 13. Dezember brannte ein VW Golf so, dass er zum Totalschaden wurde. Sechs Tage später, am Freitag vergangener Woche, brannte wieder ein Auto. Ein 61-jähriger Anwohner hatte seinen neuwertigen Ford C-Max in einem Garagenhof „An der Burg“ geparkt. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Pkw bereits in Flammen. Trotz sofort eingeleiteter Löscharbeiten konnte nicht verhindert werden, dass der vordere Teil des Fahrzeugs vollständig ausbrannte. Da auch in diesem Fall die Brandursache noch ungeklärt ist, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Verletzt wurde durch das Feuer niemand. Eine unmittelbare Gefahr für die Anwohner bestand nach Aussage der Feuerwehr zu keinem Zeitpunkt.
Bei beiden Bränden fällt auf, dass sie nicht in der Nacht geschahen, sondern am früheren Abend. So geriet der Golf offenbar gegen 19.50 Uhr und der C-Max gegen 18.40 Uhr in Brand. Da stellt sich die Frage, ob die Vorfälle das Werk eines „Feuerteufel“ sind? Der Verdacht liegt nahe, da es bereits auch Ende November gleich zu drei Bränden an einem Tag im Walddorf kam. Am 25. November loderte ein Adventskranz an einem Haus am Linden-Kirchplatz in unmittelbarer Nähe einer Gaststätte. Den Hausbewohnern gelang es das Feuer selber zu löschen bevor es auf das Vordach an der Haustüre übergriff. Dabei zog sich eine 48-Jährige eine Rauchvergiftung zu und ihr Sohn (17) erlitt Brandverletzungen an den Händen. Am Mühlenbuschweg kam es dann zu einem weiteren Brandausbruch. Dort brannte der Inhalt einer Mülltonne und wenige Minuten später wurde an der Schützenstraße ein weiterer Mülleimer entdeckt, der ebenfalls brannte. Ein Anwohner konnte das Feuer löschen. Allerdings wurde durch die Hitze die Hausfassade beschädigt.
Die Polizei schließt nicht aus, dass hinter den Bränden möglicherweise ein Täter steckt. Straberg werde nun vermehrt von Polizeistreifen befahren, erklärte die Polizei auf Anfrage. Etwaige Zeugen, die Hinweise auf einen der Brände geben können, werden gebeten, sich unter Tel. 02131/30 00 zu melden.-Andrea Lemke

SCHAUFENSTER-Artikel vom 30. Dezember 2017

Mit pfiffiger Wette will Bürgerstiftung Geld sammeln

„Top, die Wette gilt!“ Das bekräftigten jetzt Bürgerstiftungsvorsitzender Martin Voigt und Bürgermeister Erik Lierenfeld per Handschlag unter den aufmerksamen Augen des Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe als „Schiedsrichter“. Ihr gemeinsames Ziel: Zum zehnten Geburtstag der Bürgerstiftung Dormagen soll es im neuen Jahr gelingen, das Stiftungsvermögen noch einmal um 65.000 Euro zu erhöhen.

„Diese Summe entspricht der Einwohnerzahl Dormagens und wir könnten damit noch mehr soziale Projekte in unserer Stadt fördern“, sagt Voigt. Er und der Bürgermeister gehen mit der Wette aber auch ein persönliches Risiko ein. Denn wenn die magische Zahl erreicht wird, müssen beide jeweils 20 Stunden für gemeinnützige Vereine und Einrichtungen vor Ort arbeiten. „Geschirr spülen beim Kinderfest, die Ställe im Tierpark ausmisten oder Mittagessen zu Senioren bringen – wir sind zu allem bereit, weil es um eine wichtige Sache geht“, verspricht der Bürgermeister.
Welcher Wetteinsatz konkret zu leisten ist, wird im Falle des Erfolges der Bundesgesundheitsminister Gröhe als neutraler Wettrichter zu entscheiden haben. „Wer den Bürgermeister einmal richtig ins Schwitzen bringen will, sollte sich auf jeden Fall an dieser Wette beteiligen“, betont Gröhe. „Denn hinter diesem Vorhaben steht ein wichtiger Zweck – und schon mit kleinen Geldbeträgen kann jeder helfen. Die Bürgerstiftung Dormagen leistet wertvolle Arbeit, die jede Unterstützung verdient hat. Deshalb bin ich bei der Wette zum zehnjährigen Stiftungs-Jubiläum natürlich gerne dabei“, führt Gröhe aus.
Seit August 2008 besteht die Bürgerstiftung. In dieser Zeit hat sie bereits mehr als 200.000 Euro für gemeinnützige Projekte ausgeschüttet. „Das reicht von Bildungsförderung für Kinder über Hilfen für demenzkranke Menschen bis hin zu Verschönerungsaktionen oder unseren regelmäßigen Paralympics für Dormagener Kinder“, erklärt Stiftungsratsvorsitzender Professor Matthias Franz. Das bisherige Stiftungsvermögen beträgt 357.000 Euro und würde sich durch die Zustiftungskampagne um mehr als ein Sechstel erhöhen.
„Wir wollen mit dieser Aktion auch noch stärker in die Bevölkerung hineinwachsen, deshalb haben wir die Einstiegsgrenze für Zustiftungen bewusst niedrig angesetzt“, macht Voigt deutlich. Jedem Unterstützer verspricht die Bürgerstiftung, dass er mit „Ewigkeitsgarantie“ in seiner heimatlichen Umgebung investiert. „Denn das Stiftungsvermögen bleibt dauerhaft erhalten und darf nicht für laufende Projekte aufgezehrt werden“, so Voigt. Das unterscheidet die Zustiftungen von Spenden, die von der Bürgerstiftung ebenfalls bei Sonderaktionen wie dem jährlichen Adventskalender-Gewinnspiel entgegengenommen werden. „Jeder Dormagener kann sich wirklich mit einem guten Werk für seine Stadt verewigen“, sagt Bürgermeister Lierenfeld. Beim städtischen Neujahrsempfang am Sonntag, 14. Januar, wird die Jubiläumsaktion beginnen. Höhepunkt ist eine große Geburtstagsparty am Freitag, 7. September, auf dem Rathausplatz. „Bis dahin hoffen wir, schon einen Großteil der Summe erreicht zu haben. Wir würden dann auch bereits erste Arbeitsaufträge von Vereinen entgegennehmen, die unter der Aufsicht unseres Wettpaten aufgeteilt werden“, sagt Voigt. -sf/ale
———————————
Info: Für die Aktion hat die Bürgerstiftung Dormagen ein Zustiftungskonto bei der Sparkasse Neuss eingerichtet (IBAN DE83 3055 0000 0093 5025 73). Ab einem Betrag von 20 Euro erhält jeder Zustifter auch eine Steuerabsetzungsbescheinigung für das Finanzamt. Hierzu müssen Name und Anschrift bei der Überweisung genannt werden. Nähere Info gibt es telefonisch unter 0163/605 51 79 oder im Netz auf www.buergerstiftung-dormagen.de.
SCHAUFENSTER-Artikel vom 30. Dezember 2017