Keine Beute gemacht

In der Nacht von Sonntag, 7. April, auf Montag, 8. April, bis gegen 2.30 Uhr, brachten bislang unbekannte Täter einen Geldautomaten an der Von-Stauffenberg-Straße, der in einem räumlich abgetrennten Bereich eines Einkaufsmarktes untergebracht ist, zur Detonation. Als dies geschah, erhielt die Polizei über einen Anrufer und von einem Sicherheitsdienst Kenntnis von dem Vorfall. Nach der nicht geglückten Sprengung konnten die Täter unerkannt flüchten. Beute machten sie keine. Der nun stark deformierte Automat hatte dem Vorhaben der Täter offensichtlich standgehalten. Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen der Polizei blieben bislang ohne Erfolg. Die Spurensicherung und weitere Ermittlungen dauern an. Durch die Explosion wurde niemand verletzt. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen im Umfeld des Tatortes gemacht haben, werden gebeten, die Kriminalpolizei in Neuss unter der Tel. 02131/30 00 zu informieren. (Text: pol/-oli; Foto auf Startseite: privat)

 

Im Chempark läuft es

Chempark-Leiter Lars Friedrich gewährte Einblicke hinter den Werkszaun. (Foto: ale)

Im Chempark hoppeln die Kaninchen über die Wiesen und die Felsenbirne blüht. Der Betrachter mag es kaum glauben – mitten zwischen den Gebäuden, dem Netzwerk an Rohren, den qualmenden Schornsteinen und modernen Produktionsanlagen, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche in Betrieb sind. Fast 9.700 Mitarbeiter arbeiten hinter dem Werkszaun und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Das Dormagener Werk am Rhein war 2018 damit der größte Arbeitgeber der Region und mit 523 Azubis ist es auch der größte Ausbildungsbetrieb im Rhein- Kreis Neuss. Diese Kennzahlen machen eines deutlich: Die Belegschaft ist wieder angewachsen und darüber freut sich auch Chempark-Leiter Lars Friedrich. Denn es beweist: Der Chempark entwickelt sich beständig und das ist eine gute Nachricht. Im vergangenen Jahr wurden dort 151 Millionen Euro für Neuinvestitionen und Kapazitätserweiterungen und 233 Millionen Euro für Instandhaltungen investiert. „Wir sehen hier einen soliden Standort, der wächst. Jeder investierte Euro ist ein Standortbekenntnis in Stahl und Beton“, so Friedrich. Die Investitionen seien nicht ganz so hoch wie in den vergangenen Jahren. Dies liege aber vor allem an den vergangenen und abgeschlossenen Großinvestitionen wie beispielsweise die TDI-Anlage von Covestro 2014 oder die Errichtung des Steam Reformer von Air Liquide. „Jetzt fahren die Unternehmen die Ernte der Großinvestitionen ein“, so der Chempark-Leiter. Einen Stillstand bedeutet dies keineswegs. Currenta investiert zum Beispiel in eine neue Datenautobahn. Mit zehn Gigabit pro Sekunde ins „Internet of everything“, das ermöglicht der Chempark-Betreiber jetzt seinen Kunden. Dazu wurden die drei Standorte mit einem Glasfasernetz versorgt, das entlang der bestehenden Rohrbrücken, die als Träger chemischer Medien fungieren, verlegt wurde. Umständliche und langwierige Bodenarbeiten wurden so vermieden. Insgesamt wurden 400 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. „Alle angeschlossen an der größten Fritzbox“, erklärte Friedrich lachend. Die hat nichts gemein mit der bekannten Fritzbox in den eigenen vier Wänden. Vielmehr handelt es sich um ein Gebäude, das auch bei einem Stromausfall dafür sorgt, dass die Datenautobahnen weiter wie gewohnt funktionieren. Auch Chemion, der Logistiker im Chempark Dormagen, investiert. Das Unternehmen plant ein zweites Containerterminal, weil die Transporte innerhalb des Werkes zunehmen. Grund ist die erfolgreiche Produktion der Chemieunternehmen. Auf einer Fläche im Nordwestteil des Chemparks soll daher Platz für rund 1.000 Fracht- und Tankcontainer geschaffen werden. Bei all den guten Nachrichten bleibt die Verkehrsinfrastruktur für die Unternehmen im Chempark nach wie vor ein Dauerbrennthema. Und das treibt Friedrich Sorgenfalten auf die Stirn. Zwar wird das Verkehrsnetz in Deutschland im internationalen Vergleich als gut bewertet, dennoch sind Straßen, Brücken, Schleusen und Schienen in die Jahre gekommen. „Die Brücke in Leverkusen hat uns gezeigt, wie wichtig Infrastruktur ist. Und im vergangenen Jahr haben wir gemerkt, dass auch der Rhein, gerade bei Niedrigwasser, nicht immer voll nutzbar ist für den Transport“, so Friedrich. Die chemische Industrie ist aber eine der transportintensivsten Branchen und daher besonders stark auf leistungsfähige Verkehrswege angewiesen. „Neben dem zügigen Ersatzbau der Rheinbrücken A 1 und A 40 braucht es den gleichen Ehrgeiz auch auf der Schiene sowie auf den Binnenwasserwegen, damit drohende Engpässe aufgelöst werden können“, erklärte Friedrich. (Andrea Lemke)

Zu viel liegen gelassen

Bittere, weil unnötige Niederlage für den TSV Bayer Dormagen am Freitagabend, 5. April, beim VfL Eintracht Hagen: Der heimische Handball-Zweitligist verlor vor 823 Zuschauern in der „Krollmann Arena“ mit 32:33 (Halbzeit 19:17) und verpasste damit knapp den vierten Sieg in Folge. Dabei hatte die Mannschaft von Trainer Dusko Bilanovic bis weit in die zweite Halbzeit hinein geführt – einmal sogar mit vier Toren (25:21; 41. Minute). Doch danach, vor allem in den letzten zehn Minuten, ließen die Gäste zu viele klare Chancen ungenutzt: dreimal Joshua Reuland frei vom Kreis, zweimal Tim Wieling von Rechtsaußen und ein von Wieling vergebener Siebenmeter konnte der Aufsteiger, der in dieser Phase auch in der Abwehr etwas nachließ und die deutlich schlechtere Torhüterleistung hatte, nicht mehr kompensieren. Abwehrspezialist Heider Thomas musste nach der ersten Viertelstunde wegen seiner Leistenprobleme auf der Bank bleiben. Die ausführliche Berichterstattung folgt am Mittwoch in der nächsten Ausgabe des Rheinischen Anzeigers. (-oli)

Stau-Katastrophe an B9

Entlastungsmaßnahme: Die Aldenhovener Straße ist zurzeit für den Verkehr freigegeben. (Foto: ale)

Im Netz auf Facebook überschlugen sich die Nachrichten der User am vergangenen Dienstag. Grund war das Vorrücken der Wanderbaustelle in den Kreuzungsbereich Zons/Horrem/B 9. Tenor: „Was für eine Katastrophe!“ Keine Pressemitteilung hatte die Verkehrsteilnehmer auf das große Chaos vorbereitet und so entstanden am vergangenen Dienstag und Mittwochmorgen lange Staus, vor allem an der B 9, für diejenigen, die aus Richtung Dormagen kamen, aber auch für die, die aus Zons raus wollten. Manche standen bis zu 35 Minuten und mehr vor der Ampelkreuzung. Viele wandten sich an die Stadt, die auch prompt reagierte. Bereits am Mittwoch öffnete sie die Aldenhovenstraße vorübergehend für den Pkw-Verkehr. Die Durchfahrtssperren im Einmündungsbereich Aldenhovenstraße/ B 9 wurden dazu entfernt. Lkw- und Busverkehr ist auf dieser Straße aber nicht möglich. Zudem wurden am Mittwoch zwei Spuren für den Verkehr aus Zons befahrbar gemacht sowie die Ampelschaltung geändert. Das Ergebnis brachte am Donnerstagmorgen direkt Entlastung für den Verkehr. Viele fragten sich, warum die Stadt im Vorfeld nicht besser geplant habe. Dazu Stadtpressesprecher Max Laufer: „Vor Beginn der Baumaßnahme an der B9 haben – wie vor solchen Maßnahmen üblich – alle beteiligten Akteure ein Verkehrskonzept abgestimmt, das die Stadt dann genehmigt hat. Straßen. NRW hat dazu im Vorfeld auch statistische Verkehrsdaten geliefert. Die Regelung des Verkehrs durch die Baustellenampel führte an der Kreuzung Edisonstraße zu Beginn der Bauarbeiten im Sommer 2018 ebenfalls zu Staus. Als die Baustelle den Kreuzungsbereich verlassen hatte, entspannte sich die Lage wieder. Deshalb war zwar absehbar, dass es auch im Kreuzungsbereich B 9/K 12 durch die provisorische Ampelanlage zu Staus kommen würde, das Ausmaß jedoch war keineswegs absehbar und hat die jetzt erfolgten Anpassungen erforderlich gemacht.“ Die Baustelle wird sich im Zuge des Baufortschritts verändern, so dass auch bei der Verkehrsführung wiederum Anpassungen erforderlich werden. „Selbstverständlich wird versucht, die Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Ganz ohne Einschränkungen ist eine Baumaßnahme an einem solchen Knotenpunkt jedoch nicht durchführbar“, sagte Laufer. (Andrea Lemke)

Internet of everything

Digitale Lebensadern: Die Rohrbrücken als Träger chemischer Medien werden nun auch für die Glasfaserkabel genutzt. (Foto: Currenta)

Ohne zukunftsweisende Infrastruktur keine Digitalisierung. Das sieht auch Chempark-Leiter Lars Friedrich so: „Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit von Industriestandorten.“ Genau aus diesem Grund investiert der Chempark-Manager und -Betreiber Currenta rund 20 Millionen Euro in ein redundant ausgelegtes Glasfasernetz in und zwischen den drei Chempark-Standorten. Mit dieser Hochgeschwindigkeits-Datenautobahn gehören die Chemiestandorte Dormagen, Leverkusen und Krefeld-Uerdingen zu den ersten Chemieparks, die ein hochmodernes und weitflächiges Glasfasernetz realisiert haben. „Currenta erweitert mit Aufbau und Betrieb der Datenautobahn nicht nur sein Produktportfolio, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Standortattraktivität und von Arbeitsplätzen“, so Friedrich. Der rasche Ausbau von 400 Kilometer Glasfaserkabeln war möglich, da Currenta die existierenden Rohrbrücken als Träger chemischer Medien nun auch für die digitalen Medien nutzt. Die Gesamtlänge aller im Glasfaserkabel enthaltenen Datenkabel (Adern) misst mehr als 25.000 Kilometer. Das entspricht dem doppelten Erddurchmesser. Über das Glasfasernetz realisiert Currenta aktuell Bandbreiten pro Gebäudeanschluss mit bis zu zehn Gigabit pro Sekunde. Auf Kundenwunsch sind die Bandbreiten auf 100 und sogar über 1.000 Gigabit pro Sekunde skalierbar. Damit erreicht der Chempark ein Viertel der Datenmenge des zentralen deutschen Internetknotens in Frankfurt am Main (DECIX) – dieser hat einen Datendurchsatz von circa 4.000 Gigabit pro Sekunde (vier Terabit/s). Currenta betreibt jedoch nicht nur eines der schnellsten, sondern auch eines der ausfallsichersten Datennetze, denn alle Glasfaseranschlüsse und Rechenzentren sind doppelt konzipiert. Fällt eine Verbindung aus, so kann der komplette Datenverkehr problemlos auf die identische zweite Netzinfrastruktur umgeleitet werden. Im September 2018 ging die zweispurige Hochgeschwindigkeitsstrecke an den Start und vernetzt seitdem auch die Standorte untereinander. Was noch fehlte, waren die „Abfahrten“ in die Gebäude. Ende des Jahres wechselten dann mit Lanxess und Covestro die ersten Kunden auf das Currenta-Glasfasernetz. Aktuell sind mehr als 170 von geplant 233 Gebäuden von Lanxess, Covestro und Currenta angeschlossen, 35 davon am Standort Dormagen. Bis Ende 2019 werden alle zweifach, also redundant, verbunden sein. (eb/-oli)

Klappe ging nicht auf

In den „atmosphärischen“ Details unterscheiden sich die Darstellungen durchaus, ansonsten stimmen die Angaben zu dem Vorfall aber überein: Am Samstag, 23. März, wollte ein Behinderter, der in einem elektronisch fahrbaren Rollstuhl saß, etwa um 13 Uhr an der Haltestelle „Marktplatz“ in der Dormagener Innenstadt den StadtBus der Linie 884 nehmen. Er stand dazu vor der Bustüre, allerdings ging die Klappe nicht auf, aus der ansonsten die Rampe herauskommt, damit der Rollstuhl in den Bus fahren respektive geschoben werden kann. Es dauerte dann einige Zeit, bis das Problem mit der Klappe behoben war, der behinderte Mann mit seinem Rollstuhl im Bus war und dieser weiter fahren konnte.

Was in der Zwischenzeit in den Gesprächen genau und in welcher Stimmungslage abgelaufen ist, ist nicht mehr so eindeutig. Drei Zeugen, die den Vorfall an der Haltestelle mitbekamen, sprechen davon, dass der Fahrer schlecht gelaunt und in seiner Art sehr pampig, ja nahezu unverschämt gewesen sei. Es sei insgesamt der Eindruck entstanden, er wolle den Behinderten gar nicht mitnehmen. Erst im weiteren Verlauf sei deutlich geworden, dass es ein Problem mit der Klappe gab. Dem Fahrer sei dann sogar angeboten worden, Werkzeug zu besorgen, damit er die Klappe öffnen könne. Es habe dann irgendwann aber auch so geklappt.

Nach Angaben des Geschäftsführers der Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) mbH, Klaus Schmitz, soll der Fahrer dem Behinderten direkt gesagt haben, dass er die Klappe nicht habe öffnen können. Er habe den Mann daher gebeten, den nächsten Bus zu nehmen. Bei anderen Fahrgästen sei es dann offenbar zu Fehlinterpretationen gekommen: Der Busfahrer habe nämlich, als die Stimmung hoch kochte, teilweise bewusst nicht mehr reagiert, damit die Situation nicht noch mehr eskalierte. „Der Fahrer entschuldigt sich dafür, dass er die Beteiligten geduzt hat. Vorgeschrieben ist, dass die Fahrgäste gesiezt werden“, so Schmitz. Das sei auch Gegenstand entsprechender Schulungen. „Der Vorfall tut uns insgesamt natürlich leid. An der Klappe lag ein technischer Defekt vor“, so Schmitz weiter. Das Problem habe nach etwa 15 Minuten gelöst werden können. „So etwas soll natürlich nicht vorkommen, für die technische Panne können wir uns nur entschuldigen. Der betroffene behinderte Fahrgast kann sich gerne auch noch mal direkt an uns wenden“, betonte der Geschäftsführer. (-oli)

April, April…

Der gestrige Bericht auf meinDORMAGEN über die Vermarktung des Stadtnamens durch den Bürgermeister an einen lokalen Gin-Hersteller und weitere Vermarktungsgespräche mit anderen Unternehmen, die vor Ort ansässig sind, zum Beispiel für die Namensabtretung bei der städtischen Kulturhalle sind natürlich von Anfang bis zum Ende nicht ernst gemeint gewesen. Sie entbehren jeder realen Grundlage. Es handelte sich, passend zum Datum 1. April, um einen April-Scherz, der von der Pressestelle der Stadt Dormagen an die Redaktion herangetragen und vorbereitet wurde. Vielen Dank dafür! Und wer weiß es schon, vielleicht geht in der Redaktion in dieser Woche ja noch ein erster Leserbrief ein, indem sich ein Dormagener, der uns auf den Leim gegangen ist, über den Marketingclou der Stadt beschwert. (-oli)