In der Abwehr fehlt den „Wieseln“ die Stabilität

Trainer des TSV Bayer: Ulli Kriebel (Foto: Archiv)

Hat Trainer Ulli Kriebel mit seinen öfter wechselnden Abwehrsystemen der Drittliga-Mannschaft des TSV Bayer Dormagen die Sicherheit genommen? Der Eindruck ist jedenfalls mit Blick auf die vergangenen drei Partien des Tabellenzweiten entstanden.

Bei den Bergischen Panthern fehlte der Defensive in Hälfte eins jegliche Aggressivität, erst nach der Pause brachte eine offensive 3:3-Abwehr die Wende. Gegen Schalksmühle ließ Kriebel genau mit dieser offensiven Variante anfangen, was völlig in die Hose ging. Und in der vergangenen Woche gegen die HSG Krefeld – Endstand 30:30 (Halbzeit 12:16) – brachte erst die offensive Abwehr nach dem 12:19 (34. Minute) die Wende. Die erfolgreiche Aufholjagd reichte vor 948 Zuschauern im Sportcenter aber nicht für einen Sieg der „Wiesel“, da sich im Kadervergleich ein entscheidender Unterschied bemerkbar machte: Krefeld verfügt über deutlich mehr Erfahrung. Das gilt auch für den Leichlinger TV, der nach einer Serie von sieben Siegen die Seidenstädter vom dritten Tabellenplatz verdrängt hat und nur noch drei Punkte hinter dem TSV Bayer Dormagen liegt. Der wiederum muss am kommenden Freitag, 23. Februar, in Leichlingen antreten. Sollte die junge, recht unerfahrene Kriebel-Truppe dort verlieren, würde der zweite Tabellenplatz und damit die theoretische Chance auf eine Aufstiegsrelegation ernsthaft in Gefahr geraten. Zuvor aber muss der TSV schon heute um 19 Uhr bei der Bundesliga-Reserve von GWD Minden ran, die derzeit den siebten Rang in der Tabelle belegt. Dort ist nicht nur in der Abwehr, sondern auch auf der Torhüterposition eine deutliche Leistungssteigerung erforderlich: Vor allem Janis Boieck konnte in den beiden jüngsten Heimspielen nicht überzeugen.

Unterhaltung mit viel Niveau

„Comedy Spaß mit Niveau“ – So lautet die Maxime für den diesjährigen Knechtstedener Theatersommer. Für die Reihe in der Theaterscheune setzt das städtische Kulturbüro ganz auf Comedy, Musik und Komödie. Vom 20. Juli bis 4. August stehen sechs Abendveranstaltungen und ein Märchen für Kinder auf dem Programm. Für Frühbucher bietet das Kulturbüro bis zum 30. April die Abo-Aktion „4 für 50“ an. „Dieses Abo umfasst vier Abende nach Wahl und kostet nur 50 Euro“, erklärt Kulturbüro-Leiter Olaf Moll.

Zum Auftakt am Freitag, 20. Juli, um 20 Uhr gastiert Lars Redlich in der Theaterscheune. Der vielseitige Berliner, der vor zwei Jahren mit „Lars but not least“ die Zuschauer in der ausverkauften Scheune überzeugt hat, ist der Thermomix unter den Kleinkünstlern. In seiner mitreißenden Comedy- und Musikshow „Ein bisschen Lars muss sein!“ springt er von der Sopran-Arie in den Hip-Hop. Er improvisiert am Klavier und bastelt mit dem Publikum ein Medley aus zugerufenen Songs und Begriffen. Zwei Frauen, ein paar Instrumente, präzise Zweistimmigkeit, eine gesunde Portion Selbstironie und viel Witz – das sind „Lieblingsfarbe Schokolade“. Dahinter verbergen sich die jungen Profi-Musikerinnen Hannah Silberbach und Maura Poormann, die ihre Knechtsteden-Premiere mit der Comedy- und Musikshow „Beziehungsweise anders“ am Samstag, 21. Juli, um 20 Uhr feiern. Das Galerietheater Zons begeht am Freitag, 27. Juli, um 20 Uhr mit der amüsanten Komödie „Inselhüpfen“ seine nächste Premiere in der Theaterscheune. In der

Frank Fischer, ausgezeichnet mit 18 Kabarettpreisen, ist erstmals im Knechtstedener Theatersommer am 3. August zu sehen. (Foto: Kulturbüro Stadt Dormagen)

Uraufführung geht es um eine arg gebeutelte Reisegruppe, die sich mit trockenem Humor gegen den Dauerregen wappnet und dabei die Lust am Leben entdeckt. Einen Tag später, am Samstag, 28. Juli, ist an gleicher Stelle Dieter Baumann zu sehen. Der Olympiasieger von 1992 und Kabarettist kündigt in seinem neuen Programm „Dieter Baumann läuft halt“ einen Lauf durch sein Leben „voller Glück und Elend und Ereignisse“ an, den nicht nur Sportfreunde ansprechen dürfte. Ein Knechtsteden-Neuling folgt am Freitag, 3. August, um 20 Uhr: Frank Fischer. „Gewöhnlich sein kann jeder“, denkt sich der Hesse, wenn er in seinen Shows die Zuschauer dazu bringt, vor Lachen das Atmen zu vergessen. Der Comedian zeigt sich als Komiker der Extraklasse. Ausgezeichnet mit 18 Kabarettpreisen spielt Fischer, der schon mehrfach bei „Nuhr im Ersten“ zu sehen war, in der Liga der deutschen Comedyszene ganz oben mit. Das Finale bestreitet das Kult-Ensemble „Herrencrême“ mit der neuen Show „…zum Welterfolg“ am Samstag, 4. August, um 20 Uhr. Am Sonntag, 22. Juli, um 15 Uhr öffnet sich die Türe zur Theaterscheune wieder für kleine Märchenfreunde. Für Kinder ab vier Jahren ist das beliebte Grimm-Märchen „Der Froschkönig“ mit dem Seifenblasen-Figurentheater gedacht. Das Frühbucher-Abo „4 für 50“ ist nur im Kulturbüro im Kulturhaus erhältlich. Einzelkarten für alle Veranstaltungen gibt es zum Preis von 15 Euro (Kindertheater 4,40 und 6 Euro) in der City-Buchhandlung, Kölner Straße 58 in der City, und im Kulturbüro. Das Kulturbüro nimmt Abo- und Einzelkartenbestellungen entgegen: unter Tel. 02133/257-338 und per E-Mail an kulturbuero@stadt-dormagen.de. Weitere Informationen und das Programmheft zum Download finden Interessierte auf der neuen Webseite www.kulturbuero-dormagen.de.

Kein guter Start in das neue Jahr

Dormagen depressiv: Feuer, Sturm, Dauerregen und Hochwasser

Kein guter Start in das neue Jahr

Das neue Jahr fängt irgendwie nicht gut an. Erst verliert eine Familie ihr Haus durch einen Brand, dann sorgt ein gefühlter Dauerregen, der schon vor dem Jahreswechsel begann, für miese Stimmung und jetzt steht eventuell auch noch ein Hochwasser vor der Tür.
Als um Punkt Mitternacht am vergangenen Sonntag Böller sowie Feuerwerksraketen in die Luft flogen und so das neue Jahr willkommen hießen, die Menschen sich umarmten und sich alles Gute wünschten, verlor eine Familie wenige Stunden später ihr Heim. Gegen 4.20 Uhr wurde der Alarm für die hauptamtliche Wachabteilung, die Löschzüge Straberg und Nievenheim sowie den Rettungsdienst, ausgelöst. Mit dem Alarmstichwort „Feuer Dach“ wurden die Einheiten in den Ortsteil entsandt. Durch eine vor dem Einfamilienhaus am Iltisweg in Straberg abgestellte und in Brand geratene Mülltonne griff das Feuer auf den Dachstuhl über.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte brannte der Dachstuhl des Hauses bereits lichterloh. Glücklicherweise konnten die Bewohner das Haus rechtzeitig verlassen. Sie wurden vom Rettungsdienst betreut und blieben unverletzt. Das Haus ist unbewohnbar, die Familie kam bei Verwandten unter. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Es war der mittlerweile siebte Brand im Walddorf in den vergangenen fünf Wochen. Im Einsatz waren insgesamt 34 Kräfte mit sieben Fahrzeugen der Feuerwehr sowie einem Rettungswagen. Der Einsatz konnte nach etwa zwei Stunden beendet werden. Glücklicherweise blieb das der einzige Einsatz in der Silvesternacht.
Der vorige Mittwoch stand dann ganz im Zeichen des Sturmtiefs „Burglind“. Für den heranziehenden Sturm gab es auch eine Unwetterwarnung der Stufe Orange (vor Sturm/Orkan). Sturmböen und zum Teil extrem heftige Regenfälle, gerade am frühen Morgen, sorgten für viele abgebrochene und herabfallende Äste. In Rommerskirchen rutschte ein Lkw gar in eine Böschung und blieb auf der Seite liegen. Nach dem Stand der Ermittlungen ist wohl eine Windböe für das Abkommen von der Fahrbahn ausschlaggebend gewesen. Eine junge Autofahrerin berichtete dem SCHAUFENSTER, dass sie gegen 5.20 Uhr mit ihrem Pkw auf dem Weg zur Arbeit gewesen war und bei den heftigen Regenfällen das Gefühl gehabt hatte, durch eine Welle zu fahren. Das Sturmtief „Burglind“ beschäftigte auch die Feuerwehr Dormagen. Allein in den frühen Morgenstunden zwischen 5.45 und 8.15 Uhr mussten zwölf Einsätze bewältigt werden. Lose Äste, Fassaden- und Hausteile sowie umgestürzte Bäume wurden aus verschiedenen Bereichen des Stadtgebietes gemeldet. Durch die Windböen wurde auch eine automatische Brandmeldeanlage in Rheinfeld ausgelöst, dort musste die Feuerwehr nicht eingreifen. In Gohr stürzte ein Baum quer über einen Fußweg, den die Feuerwehr absicherte. In anderen Ortsteilen mussten Bäume und umgekippte Schilder durch die Helfer beseitigt werden. Im Einsatz waren 70 Feuerwehrleute aus dem Hauptamt und den Löschzügen Nievenheim, Hackenbroich, Delhoven, Gohr, Zons sowie Innenstadt. Zusätzlich befanden sich die Löschzüge Straberg und Stürzelberg in Einsatzbereitschaft.
Und als ob das nicht genug wäre, steigt der Rhein immer weiter. Ein Ende der Regenfälle ist nicht in Sicht. Fachleute gehen davon aus, dass der Kölner Pegel des Flusses an diesem Wochenende weiter steigen wird. In Zons ist die Zufahrt zur Fähre fast gänzlich unter Wasser und in Rheinfeld steht es nur noch gut zwei Meter von der Terrasse des Landgasthauses Piwipp entfernt.

-Andrea Lemke

SCHAUFENSTER-Artikel vom 6. Januar 2018