Junge Filmemacher im Rex

Fabian Jaray (Hauptdarsteller; v.l.), Gianluca Pistoia (Regisseur, Produzent) und
Justus Eifler (Drehbuchautor) freuen sich auf die Premiere. (Foto: Jannik Tondorf)

Als er bereits mit 13 Jahren an einem Schulprojekt teilnahm und einen eigenen Film kreierte, war für ihn klar: Das ist mein Ding! Während andere nach der Schule noch zaudern, was sie machen wollen, weiß Gianluca Pistoia aus Stürzelberg schon ganz genau, was er werden will: Filmemacher. Einen Gleichgesinnten hat er in Justus Eifler gefunden. Schon in ganz jungen Jahren war für ihn klar, dass er nur eins will: Schreiben. „Ein Tag ohne Schreiben ist für mich kein guter Tag“, so der 17-Jährige, der zurzeit noch die Schule besucht. Er hat das Drehbuch zu dem 20-minütigen Kurzfilm „Eintagsfliegen“ geschrieben, der am Freitag, 13. Juli, um 14.30 Uhr im Kino „Rex“ am Hohenzollernring in Köln seine Premiere feiert. Bereits mit 15 Jahren schrieb er das Drehbuch, allerdings damals noch als Spielfilm. Rund sieben Monate hat es gedauert, bis der Film fertig war. „Wir konnten aber nur an den Wochenenden arbeiten“, so Pistoia, der Regie führte. Doch zuvor musste erst die Finanzierung auf die Beine gestellt werden. Einen fünfstelligen Betrag im unteren Bereich hat der Live-action-Kurzfilm gekostet. Dabei haben die beiden all ihr Erspartes zusammengekratzt und schließlich mit Crowdfunding den Rest. „Eintagsfliegen“ handelt von Paul, einem jungen Mann aus einer reichen, aber zerrütteten Familie. Paul hat ein Geheimnis. Nun wollen 10.000 Euro, ein schmerzerfüllter Brief und eine gewiefte Prostituierte dieses Geheimnis lüften. Mehr wird nicht verraten. Auf die Frage hin, warum der Film „Eintagsfliegen“ heißt, antworten beide: „Wir wollen zum Nachdenken anregen.“ Ihr „Baby“ haben sie inzwischen bei über 200 Filmfestivals weltweit eingereicht. Im chinesischen Peking wurde er bereits gezeigt. Man darf also gespannt sein, wo die Reise der beiden jungen Filmemacher noch hingeht. Der nächste Film ist schon in Arbeit. (-A. Lemke)

Personalsuche immer schwerer

Es gibt nicht viele Servicekräfte, die über Jahrzehnte der Gastronomie treu bleiben. Hanni Guns ist solch eine Person. (Foto: ale)

Herrlich nach Feierabend bei diesen tollen Sommertemperaturen ein kühles Kölsch in einem Biergarten zu genießen oder sonntags mit der Familie einen faulen Lenz zu machen und sich einfach mal in einem Café mit Frühstück verwöhnen lassen. Das sind alles Dinge, die zur Lebensqualität gehören, genau wie eine Pizza essen oder ein schönes Stück Grillfleisch. Dumm nur, wenn das Angebot stark eingeschränkt wird und Gastronomiebetriebe nicht mehr sieben Tage die Woche geöffnet haben. Denn: Der Arbeitsmarkt ist leergefegt. „Geburtenschwache Jahrgänge und die zunehmende Akademisierung fordern ihren Tribut an Tisch, Topf und Tresen“, so der Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) NRW. Während sich die einen in ihrer Freizeit meist abends oder am Wochenende verwöhnen lassen, müssen die anderen arbeiten. Ein Umstand, den die wenigsten noch leisten wollen. Die sogenannte „work-life-balance“, also die Balance zwischen Arbeit und Freizeit, ist vor allem bei jungen Leuten hoch im Kurs. Schüler, die sich nebenbei etwas verdienen wollen, werden rar, haben viel Schulferien, die sehr gerne nutzen. Für Gastronomiebetriebe, die darauf setzen eine Katastrophe. „Gastronomische Betriebe müssen deshalb ihre Angebote anpassen, verkürzen oder erhöhen sogar die Zahl ihrer Ruhetage“, sagt die Dehoga. Auch in Dormagen ist das so. Es gibt kaum einen Betrieb, der nicht nach Personal schreit. So zum Beispiel die Gaststätte „Zum Anker“: Dort werden zurzeit Servicekräfte, Küchenhilfe und Zimmermädchen gesucht. Im Restaurant „Il Marchese“ in Hackenbroich, und nicht nur dort, stehen die Chefs mittlerweile selbst rund um die Uhr in Küche und Service. Grund: fehlendes Personal. Ein Problem, das auch Frank Lemke von Lemkes Caféserie in der Innenstadt kennt. Vor zwei Jahren suchte er mit einer ungewöhnlichen Anzeige nach einer „nicht verpeilten Aushilfe“. Der Fall ging landesweit durch die Medien. Zahlreiche Bewerbungen kamen. „Am Ende haben wir auch einige eingestellt. Doch die Arbeit ist anstrengend und verlangt schon viel von einem. Das unterschätzen viele. Es ist ja nicht nur einfach so, dass sie einen Cappuccino raustragen müssen. Die Gäste erwarten Freundlichkeit, nette Gespräche, souveränes und gepflegtes Auftreten sowie gut mit Stress umgehen zu können. Nicht zu unterschätzen ist auch die körperliche Anstrengung. Wir investieren daher mehrere Wochen in die Einarbeitung, damit es am Ende rund läuft, für das Geschäft und den Gast“, so Lemke. Manchmal gäbe es Glückstreffer, die für ein oder zwei Jahre bleiben, die seien aber leider rar. „Viele sind zuverlässig und pflichtbewusst, andere aber überhaupt nicht. Manchmal erhalte ich nachts eine whatsapp-Nachricht von unseren Aushilfen, die absagen, weil die Oma krank wurde, sie selber oder weil sie irgendetwas anderes haben. Dann ist das Kind in den Brunnen gefallen und wir müssen überlegen, wie wir die fehlende Arbeitskraft wettmachen. Bisher gelingt uns das, aber meist auf dem Rücken des anderen Personals.“ Auch ein anderer Rathaus- Gastronom bestätigt dies. „Die Personalsuche ist wirklich eine Katastrophe. Es ist schwierig Leute zu finden, die abends oder aber am Wochenende arbeiten möchten. Die junge Leute wollen feiern“, weiß Luca Borelli vom „Paparazzi“ aus eigener Erfahrung. Lemke und Borelli sind keine Einzelfälle. Egal, wo das SCHAUFENSTER angefragt hat, der Tenor ist der gleiche: gutes Personal ist absolute Mangelware. Eine Ü60-Stunden- Woche ist für selbstständige Gastwirte die Regel. Tritt einmal der Extremfall auf und das Personal erscheint nicht wie verabredet zur Arbeit, springen oft Teile der Familie ein oder die Kraft, die bereits sechs oder sieben Tage am Stück gearbeitet hat. Der Gast weiß davon in der Regel nichts, er möchte gut essen und trinken, er erwartet eine entspannte Atmosphäre für die private Auszeit vom Alltag. Das ist sein gutes Recht, aber diese entspannte Auszeit ist in Gefahr. (-sf/-oli/-ale)

Endausbau ab dem 8. Juli

Der Endausbau für das Neubaugebiet „Nievenheim IV“ beginnt am Montag, 8. Juli.
(Foto: ale)

Am Montag, 8. Juli, beginnen die Bauarbeiten, um das Neubaugebiet „Nievenheim IV“ nördlich der Bismarckstraße endgültig fertigzustellen. Zunächst wird die Straße „Latoursgarten“ in den Endzustand versetzt. Danach folgt die Straße „Cäciliengarten“ und abschließend die Straße „Im Scheidpatt“. Das ausführende Bauunternehmen informiert betroffene Anlieger in den einzelnen Bauabschnitten über die auftretenden Behinderungen. Die Beeinträchtigungen sollen so gering wie möglich gehalten werden. Insgesamt werden bis März 2020 rund 1.600 Meter Betonsteinrinne, 680 Meter Hochbordsteine, 2.660 Meter Tiefbordsteine und 8.900 Quadratmeter Betonsteinpflaster verbaut. Die Gesamtkosten hierfür liegen bei rund 1,2 Millionen Euro. (-sf/ale)

Benefizkonzert

Die Regenbogenschule wird 120 Jahre alt. So sah die Schule früher aus. Foto: privat

Am Freitag, 5. Juli, feiert die Regenbogenschule an der Straße „In der Au 5! in Rheinfeld ab 18 Uhr ihr 120-jähriges Bestehen mit einem Benefizkonzert der Dormagener Kult-Band „June 79“ auf dem Pausenhof “. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Eingeladen sind alle Freunde der Regenbogenschule, der Eintritt ist frei. (-sf/ale)

 

Rettunsgweg zugeparkt

Bei gemeinsamen Schwerpunktkontrollen des Ordnungsamtes der Stadt Dormagen und der Polizei gegen Falschparker am Straberger See wurden am vergangenen Wochenende 88 Fahrzeuge abgeschleppt und über 150 Verwarnungen ausgesprochen. Die Feuerwehr Dormagen testete am Sonntag, 30. Juni, um 14.30 Uhr mit einem Löschfahrzeug und einem Rettungswagen die Anfahrt zum „Strabi“, um ein Durchkommen im Einsatzfall zu simulieren. Aufgrund von verkehrswidrig parkenden Fahrzeugen kamen die Rettungskräfte nicht durch.

Kurz darauf begann ein von der Stadt beauftragtes Unternehmen mit den Abschlepparbeiten. Sämtliche in der Feuerwehrzufahrt am Straberger Weg geparkten Fahrzeuge wurden bis zum späten Nachmittag abgeschleppt. Auch auf der Neusser Straße waren Fahrzeuge ordnungswidrig abgestellt, ragten allerdings nicht auf die Fahrbahn oder den Fahrradweg. In diesem Bereich erteilten die Ordnungshüter lediglich Verwarnungen. Weitere falsch parkenden Fahrzeuge wurden auf der Horremer Straße abgeschleppt, wo der Straßenrand in teilweise verkehrsgefährdender Weise zum Parken mitbenutzt wurde. Abgeschleppt wurden in diesem Bereich ausschließlich die Fahrzeuge, die im Kreuzungsbereich anderen Verkehrsteilnehmern die Sicht nahmen oder mit mindestens einem Reifen auf der Straße standen. Die anderen ordnungswidrig geparkten Fahrzeuge wurden nicht abgeschleppt, sie bekamen Verwarnungen. Der Großteil der Fahrzeuge wurde zum Sportplatz Nievenheim oder zum Kohnacker versetzt. Durchsagen der DLRG Dormagen wegen falsch geparkter Fahrzeuge und der laufenden Abschleppmaßnahmen blieben im Wesentlichen unberücksichtigt. Gegen 16.45 Uhr kam es dann tatsächlich zu einem Einsatz des Rettungsdienstes der Feuerwehr. Der Einsatzort konnte dank der zuvor erfolgten Abschleppmaßnahmen zügig erreicht werden. (stp/-oli)

Wasser nicht immer rein

Wasser ist für den Menschen lebenswichtig. Bei Mineralwassern setzen immer mehr Menschen auf stilles Wasser. Dabei geht der Verbraucher von reinem Wasser aus. Doch mit der Reinheit ist das so eine Sache, wie die Stiftung Warentest beim Test von 32 stillen Mineralwässern festgestellt hat. In 13 der 32 getesteten Wasser fanden sich unerwünschte Keime, mehr oder weniger erhöhte Gehalte an kritischen Stoffen, Verunreinigungen aus Landwirtschaft und Industrie. Stilles Wasser ist anfällig für Keime, weil die Kohlensäure deren Wachstum nicht hemmt. Einige Wässer waren mit Keimarten belastet, die vor allem für Immungeschwächte ein Risiko darstellen, oder die Gesamtzahl an Keimen war auffällig. Damit ist das Trendgetränk nicht wie oftmals gepriesen mild oder harmonisch. Wer auf „Bio“ setzt ist nicht unbedingt auf der sicheren Seite. Bei den Bio-Wassern erhielten gleich zwei Sorten die Note „mangelhaft“. Auffallend hingegen ist die Tatsache, „dass die besten Mineralwasser auch zu den günstigsten gehören“, so die Tester. Die Stiftung Warentest kritisiert noch mehr: „Ein Markenwasser aus Frankreich enthielt überraschend viel Vanadium, das aus vulkanischen Böden in Mineralwasser übergehen kann und als möglicherweise krebserregend gilt. Fünf weitere Wässer waren mit Spuren aus Landwirtschaft und Industrie verunreinigt – gesundheitlich ist das absolut unbedenklich, aber nach Ansicht der Tester ein Widerspruch zur ursprünglichen Reinheit. Ursprüngliche Reinheit bedeutet laut Mineral- und Tafelwasserverordnung, dass das Wasser aus einer vor Verunreinigung geschützten Quelle stammen muss. Nur eins von insgesamt sechs Mineralwässern mit Bio-Logo erwies sich als gut.“ Wasser ist für den Menschen überlebenswichtig. Ein Mensch verdurstet schneller als er verhungert. Nicht alle Wasser sind gleich, von daher sollte sich jeder gut informieren oder aber, wenn er stilles Wasser trinken möchte, gegebenenfalls auf Leitungswasser setzen. Denn laut Stiftung Warentest fand sich in keiner Probe von Leitungswasser aus 20 deutschen Städten gesundheitsgefährdende Mengen eines Stoffes. Und: Laut Umweltbundesamt ist Leitungswasser das umweltfreundlichste Getränk. Alle Testergebnisse auf www.test.de. (-ale/sf)

Hitzefrei nur für Schüler

Es ist heiß diese Woche gewesen, verdammt heiß. Für die Schüler gab es daher hitzefrei. Kein hitzefrei hingegen haben Dormagens Landwirte. Sie bewässern bereits die Felder, weil die Trockenheit ihre Ernte bedroht. Denn nach wie vor ist der Grundwasserspiegel nicht genügend angestiegen, so dass der Boden gut durchfeuchtet wäre. Das liegt vor allem am dem heißen Sommer im vergangenen Jahr und dem trockenen Frühjahr.

Ähnlich ergeht es dem Wald. „Der Wald ist ein Säufer“, sagt Revierförster Theo Peters und für einen „Säufer“ ist der Niederschlag eindeutig zu wenig. Und die extrem hohen Temperaturen machen den Wäldern zu schaffen. Auch dort sind die unteren Bodenschichten aufgrund des sehr trockenen und heißen Sommers im vorigen Jahr trocken. „Zwar hat es im Mai gut geregnet, aber das reicht noch lange nicht. Wenn es so trocken und heiß bleibt, spielen die Bäume schnell wieder Herbst und lassen die Blätter fallen“, so Peters. Die Wärme birngt auch ein weiteres Problem hervor: Sie beflügelt nämlich den Eichen-Prozessionsspinner. Er ist in diesem Jahr an vielen Stellen in Dormagen zu finden. Der Nachtfalter wird bereits seit Anfang Juni von den Technischen Betrieben bekämpft, jedenfalls da, wo Eichen auf städtischem Grund wachsen. Das ist zum Beispiel an der Grundschule am Kronenpützchen in Straberg der Fall, aber auch am Schulzentrum in Hackenbroich. Die sogenannten Brennhaare der Raupe können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen. Die kann dann einhergehen mit Juckreiz, Bläschen, Ausschlägen und Atembeschwerden. Dafür muss aber die Haut in Kontakt mit den Brennhaaren kommen. „Wer auf den breiten Waldwegen bleibt, hat nichts zu befürchten“, sagt Peters. Der beste Tipp ist daher, sich von Eichen fernzuhalten. Das gilt für Kinder ebenso wie für Hunde. Bei den Temperaturen leiden besonders ältere Menschen. Gerade diejenigen, die zu wenig trinken, dehydrieren sehr leicht, was nicht selten mit einem Besuch im Krankenhaus enden kann. Schuld ist der massive Wasserverlust des Körpers durch Schwitzen. Schnell wird einem dann schwindellig oder der Blutdruck sackt ab. Viel Trinken ist daher ein Muss. Sehr gefährdet sind auch Hunde, die der Sonne ausgesetzt sind. Nicht nur dass ihre Pfoten auf dem heißen Asphalt Verbrennungen bekommen könnten, ein Aufenthalt in einem Fahrzeug trotz geöffneter Fenster kann sie sogar in einen lebensbedrohlichen Schock bringen oder einen Hitzschlag hervorrufen. Jeder, egal ob Mensch oder Tier, sollte sich nicht allzulange in der prallen Sonne aufhalten. Ein Vorbild sind da zum Beispiel die Tiere im Tannenbusch. Sie dösen im Schatten, bewegen sich kaum. Genau richtig bei Temperaturen von mehr als 30 Grad. Die Hitze hat aber auch etwas Gutes. Sie sorgt zum Beispiel für volle Kassen am „Strabi“ oder in der Römer Therme. Von Freitag vergangener Woche bis Dienstag besuchten das beliebte Freidbad insgesamt 5.310 Menschen, um sich abzukühlen. Am Mittwoch wurde sogar die 2.000er Marke geknackt. Der „Strabi“ verzeichnete am Wochenende auch 1.785 Besucher. Nicht hinzugerechnet sind die, die illegal an den Ufern baden gehen, wo es eigentlich verboten ist. Seit der heißen Phase ist dadurch auch wieder ein anderes Problem aufgetaucht. Das chaotische Parken rund um den „Strabi“: Feldwege und Straßenränder werden wieder zugeparkt. Sehr viel Geduld müssen die Anwohner der Conrad-Schlaun-Straße in Nievenheim wieder aufbringen. Dort ist alles von den Badegästen zugeparkt, so dass die Anwohner selbst keinen Parkplatz mehr finden. Grund ist offenbar ein Teilstück von 80 Metern am See, dass noch immer nicht durch einen Zaun gesperrt ist. (Andrea Lemke)