Kontrolle verloren

Am vergangenen  Mittwochmorgen verletzte sich ein Zweiradfahrer bei einem Verkehrsunfall leicht. Gegen 9.15 Uhr hatte der 35-Jährige mit seinem Kleinkraftrad beim Abbiegen von der Franz-Gerstner-Straße auf die Kreisstraße 18, die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war gestürzt. Dabei touchierte er einen Pkw.  Bei der Unfallaufnahme stellten die Polizeibeamten fest, dass der Neusser offenbar unter dem Einfluss von Drogen stand. In Folge dessen musste er sich einer Blutprobe unterziehen. Darüber hinaus besaß er keine Fahrerlaubnis für das geführte Kraftrad. (-sf/ale)

Barthel im Interview

Nach drei Siegen gegen Mannschaften, die in der Tabelle der Zweiten Handball-Bundesliga vor dem TSV Bayer Dormagen liegen, verlor das Team von Trainer Dusko Bilanovic zuletzt in Hagen. Am Donnerstag, 18. April, steht das nächste Heimspiel gegen den HSV Hamburg an. Anpfiff im Sportcenter ist um 19.30 Uhr. MeinDormagen sprach mit Handball-Geschäftsführer Björn Barthel über die aktuelle Entwicklung und die Perspektiven für die Zukunft.

MeinDormagen: In der Abstiegszone geht es sehr eng zu. Der TSV ist nur zwei Plätze von einem Abstiegsplatz entfernt. Was stimmt sie zuversichtlich, dass der Klassenerhalt gelingt?

Barthel: Die Leistungen der vergangenen Wochen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie das Zeug dazu hat, sich in dieser starken Zweiten Liga zu behaupten und unser Ziel „Klassenerhalt“ zu erreichen.

Der Dormagener Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. Foto: Oliver Baum

MeinDormagen: Wie sieht denn die Stimmung im Umfeld Ihrer Einschätzung nach aus?

Barthel: Vor allem die guten Leistungen der vergangenen Wochen haben zu einem positiven Stimmungswandel geführt. Ich habe den Eindruck, dass Fans und Sponsoren den Glauben an den Klassenerhalt zurückgewonnen haben. Dies ist für unsere junge Mannschaft, aber auch für uns Verantwortliche ein sehr wichtiger Punkt. Diese Unterstützung gibt Kraft und macht Mut für die kommenden Wochen.

MeinDormagen: Gehen wir mal davon aus, dass die Mannschaft es tatsächlich schafft. Wie geht es dann weiter? Sie haben davon gesprochen, dass der TSV Bayer Dormagen sich mittelfristig in der Zweiten Liga etablieren möchte. Darüber hinaus gibt es den bisher eher im Stillen geäußerten Wunsch, auch mal wieder eine Rolle im ersten Tabellendrittel zu spielen.

Barthel: Wir haben deshalb überlegt, wie wir uns konkret weiterentwickeln müssen. Zum einen ist es wichtig unsere Leistungsträger längerfristig zu halten, damit das Team wachsen kann. Zum anderen ist die wirtschaftliche Weiterentwicklung von entscheidender Bedeutung. Denn auch unsere Spieler wissen, was bei unseren Konkurrenten bezahlt wird. Diesen Unterschied müssen wir nach und nach verringern.

MeinDormagen: Sind solche Ziele für einen klassischen Ausbildungsverein umsetzbar?

Barthel: Unsere Überlegungen stehen unter zwei unverrückbaren Prämissen: 1. Wir werden den Weg des „Ausbildungsvereins“, den wir seit Jahren erfolgreich beschreiten, konsequent weitergehen. Die aktuellen Erfolge unserer Nachwuchsteams sprechen für sich und es wachsen erneut sehr interessante Nachwuchsspieler heran. 2. Wir sind fest entschlossen, den nächsten Schritt in unserer Entwicklung zu gehen, um längerfristig auf wirtschaftlich solider und zuverlässiger Basis von dieser sehr guten Nachwuchsarbeit länger zu zehren.

MeinDormagen: Der TSV hat sicherlich einen der geringsten Etats der Liga. Wie können Sie den denn steigern, um auf einem höheren Niveau wettbewerbsfähig zu sein?

Barthel: Wir werden auf die Wirtschaftlichkeit des Spielbetriebs, also die Balance zwischen Einnahmen und Ausgaben auch weiterhin den allergrößten Wert legen. Wir haben aber noch viel Entwicklungspotenzial. Wir besitzen eine der schönsten Hallen in der Region, in der toller und ehrlicher Sport geliefert wird – rund 60 Prozent der Plätze sind aber noch nicht ausgelastet. Zum anderen bieten wir ein tolles Produkt an, gehören zu den 38 Top-Standorten des deutschen Handballs. Jedes Spiel der Zweiten Liga wird mittlerweile live bei Sportdeutschland.tv im Internet übertragen. Dieses tolle starke Produkt wollen wir zukünftig offensiver und selbstbewusster vermarkten. Darüber hinaus sind wir für unsere Stadt und die gesamte Region ein guter Botschafter in Sachen Nachwuchsförderung und Spitzensport – und das bekanntermaßen nicht nur im Handball.

MeinDormagen: Es gibt vom TSV bestens ausgebildete Spieler und Talente, die dem Ruf aus der Ersten Liga vermutlich nicht widerstehen können.

Barthel: Unser wichtigstes Ziel muss es daher sein, diese Talente länger an uns zu binden, als es uns bisher möglich war. Spätestens, wenn die Spieler sich durch überzeugende Leistungen in den Vordergrund spielen, werden Sie von höherklassigen Vereinen, wie auch von unseren direkten Konkurrenten, deren finanzielle Möglichkeiten teilweise deutlich über unseren eigenen liegen, umworben. Dann rücken der emotionale Bezug zum Verein und Umfeld, die vorher wichtig waren, in den Hintergrund

MeinDormagen: Aber es gibt doch sicherlich finanzielle Schmerzgrenzen für die TSV Bayer Dormagen Handball GmbH?

Barthel: Wir müssen zukünftig in der Lage sein, besser mithalten zu können und wollen daher unsere Einnahmesituation zur nächsten Saison durch zwei konkrete Maßnahmen verbessern. Bei unseren Überlegungen spielte dabei auch eine Rolle, dass durch die geplante Reduzierung der Zweiten Liga von 20 auf 18 Mannschaften in der Saison 2019/20 die Einnahmen aus zwei Heimspielen wegfallen.

MeinDormagen: Wie sehen denn die geplanten Maßnahmen konkret aus?

Barthel: 1. Angleichung der seit Jahren unveränderten Ticketpreise in allen Kategorien auf das durchschnittliche Niveau in der Zweiten Liga. 2. Moderate Anhebung der Preise bei den Sponsorenpaketen. Beide Maßnahmen helfen uns dabei, unseren treuen Fans und Sponsoren auch weiterhin attraktiven Bundesligahandball auf hohem Niveau gespickt mit vielen lokalen Handballtalenten zu bieten.

MeinDormagen: In anderen Hallen sieht man verstärkt LED-Leuchtbanden. Denken Sie auch an die Anschaffung von beweglicher Werbung?

Barthel: Da sind wir in finalen Gesprächen. Durch den Austausch mit vielen meiner Kollegen weiß ich, dass gerade in diesem Bereich der Bandenwerbung die Umsätze und die positive Werbewirksamkeit deutlich gesteigert werden können. Solch ein LED-Bandensystem gibt dem Werbepartner punktuell die Möglichkeit und auch den Mehrwert, unterschiedliche Werbung zu schalten. Uns versetzt es in die Lage, Werbung für einen einzelnen Spieltag zu verkaufen, was dann auch für kleinere und mittlere lokale Unternehmen finanziell darstellbar ist.

MeinDormagen: Die Handball-Abteilung des TSV wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Wie wird das gefeiert?

Barthel: Ich freue mich, dass niemand geringeres als der frischgebackene deutsche Pokalsieger und Rekordmeister THW Kiel mit seinen Stars unser Gast sein wird. Also bitte schon mal das Datum 10. August vormerken. Das Spiel beginnt an dem Samstag um 16.30 Uhr im Sportcenter. Im Vorfeld findet ein Jugendturnier statt und die Handball-Abteilung wird sich entsprechend präsentieren. Weitere Infos zu diesem Event werden wir in den kommenden Wochen bekanntgeben.⇥(-oli)

IG TopWest hat gewählt

Der neue Vorstand der Interessengemeinschaft „TopWest“ um den Vorsitzenden Norbert Heinen (3.v.l.). (Foto: Holger Pissowotzki)

Bei der Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft (IG) „TopWest“ am vergangenen Dienstagabend im „Haus für Horrem“ standen vor allem Neuwahlen auf dem Programm. Dabei wurde Norbert Heinen (Autohaus Heinen) als Vorsitzender bestätigt. Zu seinem Stellvertreter ist Thorsten Janning (Janning Innovation) gewählt worden, der damit Marcus Blum (Fahrrad rufa) ablöst. Vor 26 Jahren zählte Diplom-Kaufmann Wolfgang Heinen zu den Gründungsmitgliedern der IG „TopWest“ und war ununterbrochen als Kassierer tätig. Er hat sein Amt jetzt an die ehemalige CiDo-Vorsitzende und Steuerberaterin Michaela Jonas übergeben, die in Abwesenheit gewählt wurde. Als neuer Schriftführer fungiert Ralf Huntgeburth (BMW Brandenburg). Er löst damit Christian Pütz (Mercedes Kniest) ab. Ebenfalls nicht mehr im Vorstandsteam sind Jürgen Bauer (Vinothek Bauer) und Uwe Schmidt (Coma Media). Sie wurden als Beisitzer von Leopold Visé (Bernskötter Polster Arena) und Martin Siedlaczek (Autohaus Gottfried Schultz) ersetzt. Zudem wählte die Versammlung Marcus Blum und Marco Teichert (ehemals Autohaus Gottfried Schultz) zu weiteren Beisitzern. Den Wahlen vorausgegangen war eine intensive Diskussion über die monatlichen Sonntagsverkaufsmärkte auf dem Gelände des Hit-Marktes. Zum Hintergrund: In der Mitgliederversammlung der IG vor einem Jahr wurde einstimmig beschlossen, dass der Vorstand im Sinne der Einzelhändler in der Innenstadt die Stadtverwaltung auffordert, dafür zu sorgen, dass nur noch sechs Märkte im Jahr genehmigt werden. Daraufhin kündigte der Hit-Markt seine Mitgliedschaft in der IG „TopWest“ und beteiligte sich auch nicht am Herbstfest. Es folgten intensive Gespräche mit dem neuen CiDo-Vorstand, dem Veranstalter der Märkte sowie der Leitung des Hit-Marktes mit dem Ergebnis, dass der Veranstalter den Anteil an Trödelware gegenüber Neuware sukzessive erhöht, die CiDo in diesem Jahr mit elf und um nächsten wieder mit zwölf Märkten einverstanden ist und der Hit-Markt wieder Mitglied der IG „TopWest“ wird (SCHAUFENSTER berichtete). Das sahen Julia und Dieter Mückenberger (Jeans Bär) sowie ein Vertreter vom Sonderpostenmarkt Thomas Philipps als klaren Alleingang des Vorstandes gegen den gefassten Beschluss und stellten einen Misstrauensantrag gegen den Vorstand. Dieser wurde mit Mehrheit abgelehnt. Positiv und voller Tatendrang blickt die IG nun in die Zukunft. Mit der Ansiedlung der Restaurantkette L’Osteria in der Nähe des Roller Marktes kommt im August ein weiterer „Frequenzbringer“ ins „TopWest“. Seine Tore beim großen Gewerbefest will auch wieder der Hit- Markt öffnen. Und einen besonderen Grund zum Feiern wird es am ersten Juni-Wochenende des nächsten Jahres geben: Dann freut sich die Horremer Schützenbruderschaft auf ihr 100-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit der IG „TopWest“ wird es zum Schützenfest einen Festumzug und einen verkaufsoffenen Sonntag im Einkaufs- und Gewerbepark geben. (-piso)