Planungsverfahren eingeleitet

Am Freitag, 28. März, haben sich die Bürgermeister der Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen mit den Gesellschaftervertretern, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Bürgermeister Reiner Breuer (Neuss), sowie mit der Geschäftsführerin der Rheinland Klinikum Neuss GmbH, Nicole Rohde, zu einem Gespräch über die jüngsten Entwicklungen getroffen. Der Bürgermeister der Stadt Dormagen war verhindert.

Die Gesellschafter stellten erneut die kritische wirtschaftliche Lage der Rheinland Klinikum Neuss GmbH dar, die im vergangenen Jahr zu einer tiefgreifenden Entscheidung über die Zukunft der Gesellschaft geführt hat. Zum beschlossenen Sanierungskonzept des Klinikums gehört beispielsweise die Konzentration von Leistungen an einzelnen Standorten: Das betrifft insbesondere die Konzentration der Gynäkologie und Geburtshilfe zusammen mit der Kindermedizin im Lukaskrankenhaus Neuss und die Bildung eines geriatrisch- internistischen Zentrums in Grevenbroich, ohne Chirurgie und somit auch ohne Zentrale Notaufnahme (meinDormagen berichtete). Beide Gesellschafter handeln gemeinsam auf Grundlage der Gesellschafterbeschlüsse. Die Detaillierung und Umsetzung der Maßnahmen obliegt auf dieser Basis der Geschäftsführung.

Für diese Änderungen hat das Rheinland Klinikum Neuss die notwendigen regionalen Planungsverfahren bei der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Ministerium für Arbeit Gesundheit und Soziales (MAGS) eingeleitet – gemäß der Krankenhausplanung des Landes NRW. Die Bürgermeister und die Gesellschafter sind sich einig, dass die Versorgung der Bürger weiterhin sichergestellt werden muss. Der Rhein-Kreis Neuss hat daher zugesagt, dass bereits jetzt weitere Kapazitäten im Rettungsdienst bis Juli ausgebaut und parallel der Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises überarbeitet wird. Das Rheinland Klinikum wiederum wird den Rhein-Kreis Neuss bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen unterstützen. Das Rheinland Klinikum Neuss wird den Notarztstandort in Grevenbroich weiterhin besetzen und so die bisherigen Reaktionszeiten sicherstellen. Parallel werden die Zentralen Notaufnahmen in Neuss und Dormagen ausgebaut und personell aufgestockt, womit die Versorgung der Patienten sichergestellt wird. Die Bürgermeister boten an, den Prozess konstruktiv zu begleiten.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat – trotz einer Absichtserklärung mit anderslautenden Zusagen – bei Schließung der Zentralen Notaufnahme angekündigt, die KV-Notfallpraxis in Grevenbroich zu schließen. Hierauf haben bedauerlicherweise weder die Politik, noch das Klinikum Einfluss. Dennoch werden Gespräche mit der KV zur Fortsetzung einer KV-Notfallpraxis gesucht. Die Beteiligten sehen auch die Kassenärztliche Vereinigung in der Verantwortung eine bestmögliche ambulante Notfallversorgung zu gewährleisten. (md/-oli)