Machbarkeitsstudie für Wertstoffhof wird geprüft

Im Stadtgebiet sorgen neben dem städtischen Baubetriebshof zahlreiche Flächenpaten dafür, dass Dormagen eine saubere Stadt ist und bleibt. Unterstütztung kommt zudem von der Gruppe „Rhein clean up“. Darüber hinaus sammeln einmal im Jahr mehr als 5.000 Freiwillige beim „Frühjahrsputz“ einen Vormittag lang zusammen den Müll im gesamten Stadtgebiet. Alle engagieren sich ehrenamtlich. Dafür bedankte sich die Stadt mit einer Einladung zum Austausch in der Kulle.

Rund 50 dieser Ehrenamtler nahmen an der Sauberkeitskonferenz teil, berichteten von ihren Erfahrungen und gaben Hinweise auf vorhandene Mängel. „Die Flächenpaten sind unsere Augen und Ohren in der Stadt, was die Sauberkeit angeht. Wir haben mehrere gute Ideen und Verbesserungsvorschläge mitnehmen können und werden einige davon zeitnah umsetzen. Ich danke allen Engagierten für ihren unermüdlichen Einsatz“, so Bürgermeister Erik Lierenfeld. Die Verwaltung sei für alle Hinweise aus der Bürgerschaft dankbar, die über den Mängelmelder eingereicht werden. Eine Verbesserungsidee aus der Vergangenheit war unter anderem der Austausch von Müllbehältern. Dieser ist bereits teilweise umgesetzt. Insgesamt hat die Stadt aber noch nicht den passenden Behälter (Austausch bei einem kaputten Mülleimer) gefunden, der allen Ansprüchen genügt. Insgesamt gibt es mehr als 1.000 Müllbehälter im Stadtgebiet. An mehreren öffentlichen Mülleimern in der Innenstadt wurden zudem Sensoren installiert, die den Füllstand des Behälters aufzeichnen und übermitteln. So soll auch das Intervall der Leerung überprüft werden. Als nächstes soll dieses System in Straberg eingesetzt werden, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Eine weitere Idee zur Verbesserung der Müllentsorgung ist die Einführung eines Wertstoffhofes in Dormagen. Dann müssten die Bürger nicht mehr mit größeren Mengen an Unrat zur Mülldeponie nach Neuss fahren. Das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie liegt seit Mai vor und wird zurzeit verwaltungsintern geprüft. Der Stadtrat muss danach überlegen, wie die Finanzierung eines solchen Wertstoffhofes gesichert werden kann.

Da sich die Kosten für die Entsorgung von wildem Müll jährlich in Dormagen auf rund 600.000 Euro belaufen, plant die Stadt zudem eine Aufklärungskampagne. „Wenn wir die 600.000 Euro Entsorgungskosten einsparen würden, könnten wir dafür beispielsweise zwei nagelneue Spielplätze oder drei Skater- oder Calisthenics-Anlagen bauen, 400 bis 500 neue Bäume pflanzen oder einen Bürgerhaushalt einführen“, so der Verwaltungschef. Geplant ist zudem eine erneute Taschenaschenbecheraktion, bei der die kleinen Behälter an Raucher ausgeteilt werden. Zeitgleich wird das im Laufe des Jahres personell verstärkte Ordnungsamt durch mehr Kontrollen und Gespräche mehr Aufklärungsarbeit leisten. Für eine originelle Reduzierung der Zigarettenkippen sollen demnächst öffentliche Abstimm-Aschenbecher sorgen. Die speziellen Kästen sind in zwei Hälften geteilt mit zwei getrennten Einwurfschlitzen. Jede Öffnung steht für eine Antwort auf eine einfache Frage. Mit der Entsorgung ihrer Zigarettenkippe geben Raucher so gleichzeitig ihre Stimme ab.  Durch eine transparente Vorderseite ist der Abstimmungsstand jederzeit sichtbar.

Aus der Bürgerschaft selbst kommen über den Mängelmelder jährlich mehrere tausend Hinweise. 2025 waren es 2.984 Meldungen, bis zum 30. Juni 2026 bereits 1.730. Einige von ihnen stammen auch von den Flächenpaten, die auch bei dem jetzigen Austausch weitere gute Hinweise gaben. Alle Hinweise und Ideen wurden von der Verwaltung aufgenommen und werden nun geprüft. (-oli/md)