Endlich neue Wege?

Michael Bison, Geschäftsführer der städtischen Tochtergesellschaft SWD. (Foto: Archiv)

Es hat lange genug gedauert, aber in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses und zuvor auch schon in einer Pressekonferenz hat der Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SWD) mbH, Michael Bison, endlich eine Leistungs- und Finanzbilanz für die ersten beiden Jahre des städtischen Tochterunternehmens vorgestellt. Dabei ging die Präsentation vor den Kommunalpolitikern an vielen Stellen über das hinaus, was in der Pressekonferenz thematisiert worden war.

So zum Beispiel die Angabe der aktiv angesprochenen Investoren für Gewerbeflächen im Stadtgebiet, die 2017 nur bei 30 lag, 2018 aber schon bei 230. In diesem Jahr soll ein Ist-Wert von 530 erreicht werden. Die durchschnittliche Reaktionszeit bei Anfragen für Gewerbeflächen lag 2017 bei stolzen fünf Tagen, in 2018 waren es noch 4,2 Tage und 2019 sollen es „nur“ noch drei Tage sein. Ein weiteres Beispiel an neuer Information: der Bereich der Unterstützung Dormagener Unternehmen bei der Fachkräftesicherung und Fachkräftefindung „durch konkrete Projekte und stadtweites Arbeitgebermarketing“, wie es in der Präsentation Bisons zu lesen ist. Dafür ist bei der SWD eine 0,5 Vollzeitstelle angesetzt, die mit André Heryschek besetzt ist. Da gab es in 2017 satte zwölf Beratungsgespräche, in 2018 glatt noch einmal zwei mehr, also 14. Und in diesem Jahren sollen es 20 sein. Zahlen sprechen manchmal eindrucksvoll für sich. Wobei die „Ausbildungsoffensive+“ gestartet wurde, mit einer Befragung. Von 902 angeschriebenen Unternehmen im Stadtgebiet antworteten 60. Da diese Befragung nicht anonymisiert war, konnte die SWD im Rücklauf sofort erkennen, welche Firmen konkreten Unterstützungsbedarf haben, so der Geschäftsführer. Über Netzwerkaktivitäten sei es gelungen, insgesamt 17 Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Ein weiterer Höhepunkt: die Ausbildungsmesse „Jobkomm – date your job“ Mitte November vergangenen Jahres mit 28 ausstellenden Unternehmen, die „hinterher sehr zufrieden waren“ (Bison). Aber auch andere Zahlen sind interessant: Seit der Gründung der „Stadttochter“ zum 1. Januar 2017 wurden 189 Flächenanfragen bearbeitet. „Daraus sind 19 Neuansiedlungen mit etwa 660 Arbeitsplätzen entstanden“, berichtete Bison im Hauptausschuss. Die Ansiedlungen erfolgten ganz überwiegend auf privaten Flächen, insgesamt 27,1 Hektar. Derzeit sofort verfügbare Gewerbeflächen: 4,3 Hektar. Doch davon ist nur etwa ein Hektar im städtischen Eigentum. Das soll sich kurzfristig mit der Erschließung und Bebauung der Flächen westlich des Hauptfriedhofs im Einkaufs- und Gewerbepark TopWest ändern. Dort kämen dann alleine im städtischen Portfolio 13 Hektar dazu, insgesamt sollen 26,4 Hektar kurzfristig verfügbar sein. Und langfristig sollen es mit Blick auf das interkommunale Gewerbegebiet am Silbersee sogar 38 Hektar werden. Im Bereich des „Stadtmarketings“ ist die SWD mit Blick auf die Veranstaltungen bisher eher in eingetretenen Pfaden unterwegs gewesen. Die Innenstadtfeste mit verkaufsoffenen Sonntagen wurden mit ein paar punktuellen neuen Ideen umgesetzt, blieben aber in der Grundausrichtung der Angebote unverändert. Der „Sturm auf Zons“ war in der öffentlichen Wahrnehmung so etwas wie das Flaggschiff, das aufgewertet wurde. Immerhin gibt es für das laufende Jahr einen fast ganz neuen Ansatz, den „SWD-CityBeach“. Wobei das Konzept so ganz neu nicht ist, denn es gab im Jahr 2002 die „Wasserwelt“, mit der die DLRG Dormagen ihr 60-jähriges Bestehen vor dem Historischen Rathaus feierte. Mit viel Wasser, aber auch mit Sand. Jetzt wird es mehr Sand, weniger Wasser. (Oliver Baum)

Helau & Alaaf

Symbolische Schlüsselübergabe auf dem Balkon des Historischen Rathauses.
(Foto: Andrea Lemke)

Am Donnerstag, 28. Februar, feierten zahlreiche Jecken Altweiber auf dem Paul-Wierich-Platz. Frösche, Ritter, Piraten, Prinzessinnen, Clowns und Cordula Grün: Sie alle waren gekommen, um bei strahlendem Sonnenschein die „Entmachtung“ des Ersten Bürgers der Stadt zu erleben. Ganz freiwillig übergab Bürgermeister Erik Lierenfeld, als Waschbär „Putzi“ verkleidet, symbolisch den Stadtschlüssel auf dem Balkon des Historischen Rathauses an das Damendreigestirn mit Prinz Nadine I. (Schumacher), Bauer Sonja (Ladermann) und Jungfrau Ute (Kaletta) sowie das Kinderprinzenpaar mit Kinderprinz Magnus I. (Gangey) und Kinderprinzessin Paula (Walther) der Karnevalsgesellschaft „Ahl Dormagen Junge“. Auf Mundart nahm sich Lierenfeld und seine Verwaltung auf die Schippe. Zum Thema „explodierende Baukosten“ hörte sich das so an: „Die Stadt nimmt vell Geld in de Hand, zu bauen manch neue Deck oder Wand. Und dennoch heißt es, wer baut, weed verhaut.“ Seinen Fokus aber richtete „Putzi“, passend zum Kostüm, auf das Thema „Sauberkeit“. „Lasst’ de Müll en d’r Täsch drin“, mahnte Lierenfeld. Wie ernst es ihm damit war, bewies die hohe Präsenz an Ordnungsbeamten und Polizei, deren Anzahl deutlich höher als in den Vorjahren war. Mal eben Kaugummi auf die Erde schmeißen oder Wildpinkeln hätte rasch ein Knöllchen nach sich gezogen. Großes Lob gab es für das Kinderprinzenpaar. Die Besucher zeigten sich begeistert von der klaren und ausdrucksstarken Sprache der zwei. Sehr souverän trugen sie ihre Rede vor. „Gemeinsam ist ein großes Wort, auch im Karneval, nicht nur im Sport. Friedlich wollen wir gemeinsam feiern, unser Karneval. Nation, Hautfarbe oder Sprache sind uns dabei egal“, so die kleinen Narrenoberhäupter. Wie viel Spaß das Damendreigestirn an seiner Regentschaft hat, zeigte sich an diesem treffend auf den Punkt gebrachten Satz: „Dreigestirn in Dormagen zu sein, ist geil.“ Dank des guten Wetters wurde bis in den Nachmittag auf dem Rathausvorplatz friedlich gefeiert. (Andrea Lemke)

Straßensperrungen

Achtung Straßensperre! Foto: Andrea Lemke

Am Mittwoch, 6. März, kommt es in Hackenbroich und Delhoven vorübergehend zu Straßensperrungen. Ursache dafür ist die Anlieferung von Teilen für die neuen Friedhofstoiletten mit einem Schwerlastkran. Zwischen 6 und 9 Uhr wird zunächst in Delhoven der Kurvenbereich der Straße „Zweite Gewanne“ voll gesperrt, damit der 70-Tonnen-Kran aufsetzen kann. Die Anwohner können dann zwar aus der Einbahnstraße herausfahren, der Bereich kann aber für die Dauer der Sperrung nicht mit dem Auto angefahren
werden. In Hackenbroich kommt es zwischen 8 und 12 Uhr zu einer halbseitigen Sperrung der Theodor-Billroth-Straße. In beiden Bereichen kann es am Aschermittwoch vorübergehend Parkverbote geben, darauf wird bereits diese Woche hingewiesen. Die
Stadt Dormagen bittet alle Anwohner und Friedhofsnutzer um Verständnis. -sf/ale