Wostratzky nicht mehr in CDU

Matthias Wostratzky, Vorsitzender der Ratsfraktion der „Dormagener Bürger-Union“ (DBU), ist seit heute nicht mehr Mitglied der CDU. Der 62-Jährige beendete seine Parteizugehörigkeit zum 30. September, sein Ratsmandat behält er aber. „Mein Mandat gehört nicht einer Partei, sondern den Bürgerinnen und Bürgern, die mir bei den Kommunalwahlen Mitte September vergangenen Jahres ihr Vertrauen ausgesprochen haben“, betonte der Nievenheimer.

Wostratzky hatte nach dem Wechsel an der Spitze des CDU-Stadtverbandes hin zu Torsten Zur darauf gehofft, dass es „die Chance für einen echten Neubeginn“ geben würde. Er sieht seine Hoffnung als nicht erfüllt an. Es habe noch nicht einmal Gespräche gegeben, um die unterschiedlichen Positionen zwischen der CDU- und der DBU-Fraktion zusammenzuführen und daraus eine „echte Oppositionsarbeit“ zu entwickeln. Aus seiner Sicht habe weder die Fraktion noch die Partei eine Zusammenarbeit mit den vier Mitgliedern der DBU-Fraktion, alle auf dem Parteiticket der CDU in den Stadtrat gewählt (meinDormagen berichtete), gewollt. Statt dessen seien die „DBUler“ politisch ausgegrenzt worden, obwohl „unter den Betroffenen drei Ortsverbandsvorsitzende sind und zwei zusätzlich ein Kreistagsmandat haben“ – für die CDU.

Das zeige, so Wostratzky, dass es „nicht um ein persönliches Einzelproblem geht, sondern um die Frage, wie die CDU in Dormagen mit unterschiedlichen politischen Positionen und gewählten Mandatsträgern umgeht.“ In einer Art letzten Versuch, den politischen Karren doch noch irgendwie aus dem Dreck zu ziehen, hatte der Ratsherr den Vorstand des CDU-Kreisverbandes „aufgefordert, bis zum 1. Oktober darzulegen, wie er sich die zukünftige Zusammenarbeit vorstellt.“ Es habe dazu aber keine Reaktion gegeben. „Für mich ist damit die Grundlage für eine weitere Parteimitgliedschaft in der CDU entfallen“, so der Nievenheimer.

Der Vorstand des CDU-Stadtverbandes hatte gegen Wostratzky und seine DBU-Kollegin Tanja Lützenrath im vergangenen Jahr ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet. Das Parteiausschlussverfahren gegen die beiden wurde um die beiden weiteren „DBUler“, Christiane Schneider und Ludwig Dickers, erweitert. Bis heute liegt dazu keine abschließende Entscheidung aus den zuständigen Parteiinstanzen vor. Nach Informationen von meinDormagen hat einer der Verfahrensbeteiligten in der Gesamtthematik auch den CDU-Landesverband NRW eingeschaltet. (Oliver Baum)