SPD offen für Lösung

Der jugendpolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Michael Dries. (Foto: privat)

Man könnte es als eine erste offizielle politische Reaktion auf die Berichterstattung online bei meinDormagen und in der Ausgabe des Rheinischen Anzeigers vom 13. März deuten: Die SPD-Fraktion hat am Freitagnachmittag, 15. März, eine Pressemitteilung mit der Überschrift „SPD steht weiterhin für Entlastung aller Beitragszahler von Kita und OGS“ veröffentlicht.

Im Zuge der Haushaltsberatungen habe die SPD beschlossen, alle Elternbeiträge für den Bereich der Kindertagesstätten (Kita) und der Offenen Ganztagsschulen (OGS) zu senken und die Eltern um insgesamt 600.000 Euro zu entlasten. Die Entlastung sollte sozial gerecht über alle Einkommensgruppen erfolgen. Bei der Beratung in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses (JHA) habe sich, so schreiben es die Sozialdemokraten in ihrer Presseinfo, die CDU dafür ausgesprochen, im OGS-Bereich nur die unteren Einkommensgruppen zu entlasten und ab der Einkommensgruppe von 55.000 Euro aufwärts die monatlichen Elternbeiträge zu erhöhen, um die Mehreinnahmen für eine Qualitätsverbesserung im OGS-Bereich zu verwenden. Dazu führt der jugendpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Dries, aus: „Wir haben diesen Vorschlag der CDU im Rahmen unser Koalitionsvereinbarungen als Kompromiss unterstützt, damit wir zu einem einstimmigen Beschluss kommen. Natürlich stehen wir dazu und werden den Beschluss, wenn weiterhin gewünscht, auch im Rat unterstützen.“ Die abschließende Beschlussfassung über die neue Beitragstabelle für die Tagesbetreuung von Kindern würde in der Stadtratssitzung Anfang Mai auf der Tagesordnung stehen. SPD und CDU stellen derzeit im Rahmen einer Großen Koalition die politische Mehrheit im Rat.

Gleichzeitig bietet die SPD aber allen Fraktionen an, noch einmal über den ursprünglichen Plan der Sozialdemokraten zur Senkung aller Elternbeiträge zu sprechen. „Wenn der Schulausschuss anders als der Jugendhilfeausschuss, was die Elternbeiträge für die OGS angeht, zu einem Ergebnis kommen sollte, das die Eltern nicht mehr belastet, dann würden wir das natürlich auch unterstützen. Die Senkung aller Elternbeiträge um insgesamt 600.000 Euro bleibt weiterhin erklärtes Ziel der SPD“, betonte Dries. Der Schulausschuss tagt am Dienstag, 19. März, ab 17.30 Uhr im Ratssaal im Neuen Rathaus. „Ich appelliere an alle Beteiligten, sich zusammenzusetzen und sich bis zur Ratssitzung auf einen guten Kompromiss im Sinne der Eltern zu einigen“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Behncke. (-oli)

Nur noch Endspiele

Es waren wahrlich nicht die besten Vorzeichen, unter denen der TSV Bayer Dormagen am Samstag, 9. März, zum Auswärtsspiel beim TV Großwallstadt gereist ist: Abwehrspezialist Heider Thomas konnte grippekrank die Woche davor gar nicht trainieren, Kreisläufer Carl Löfström plagte sich – das gilt auch für diese Woche – mit Magen-Darm-Problemen herum, Eloy Morante Maldonado kam mit einer genähten Gesichtsverletzung von der U21-Nationalmannschaft zurück, um sich im Spiel beim TVG gleich einen von den Schiedsrichtern nicht geahndeten Schlag genau dort hin abzuholen, Lukas Stutzke hatte noch am Tag vor der Auswärtspartie Fieber und es war erst kurz vor dem Anpfiff klar, dass er zumindest phasenweise auflaufen konnte. Und Torhüter Janis Boieck fehlt ohnehin nach seiner Schulteroperation bis zum Saisonende. Am Ende stand eine 28:33-Niederlage (Halbzeit 13:16) für den Handball-Zweitligisten, der dennoch nach dem 25. Spieltag auf dem ersten Nichtabstiegsplatz vor der fünf Mannschaften umfassenden Abstiegszone steht. Bis zum Saisonabschluss am 8. Juni mit dem Heimspiel gegen den Tabellenletzten Rhein Vikings stehen für die Mannschaft von Trainer Dusko Bilanovic noch 13 Spiele an, das nächste am Samstag, 16. März, ab 19.30 Uhr im Sportcenter gegen den TV Emsdetten. Für meinDORMAGEN sprach Redaktionsleiter Oliver Baum mit dem Coach über die aktuelle Situation und die Lage in der Liga.

mD: Sowohl in Wilhelmshaven als auch in Großwallstadt geriet der TSV schnell recht hoch in Rückstand. Warum?
Bilanovic: Weil unsere Abwehr auswärts bei weitem nicht so stabil ist wie in den drei Heimspielen, seitdem ich hier Trainer bin und auf die 6:0-Formation umgestellt habe. Zuhause gibt uns die starke Abwehr Sicherheit und erleichtert die Zusammenarbeit mit den Torhütern. Wenn wir hinten Bälle abfangen oder unsere Keeper halten, können wir uns vorne auch mal einen Fehler mehr erlauben. Das ist auswärts bisher leider nicht so.
mD: Warum tut sich Ihre Mannschaft im aufgebauten Angriff phasenweise sehr schwer?
Bilanovic: Das liegt hauptsächlich daran, dass wir zwischen der linken und der rechten Rückraumseite noch nicht das erforderliche Gleichgewicht im Spiel haben. Unser linker Rückraum war in den fünf Spielen seit der WM-Pause gut, da kann ich die eingesetzten Spieler nur loben. Wir arbeiten im Training hart daran, uns auch im Angriff gezielt zu verbessern. Das ist aber nicht so einfach, wenn die Mannschaft bedingt durch Krankheiten und Verletzungen seit über zwei Wochen kein einziges Mal komplett zusammen trainieren konnte.
mD: Die zwei jüngsten Auswärtsniederlagen erfolgten ausgerechnet bei direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Sie arbeiten mit der Mannschaft seit dem 14. Januar, also seit neun Wochen, zusammen. Die Zielsetzung ist klar, der Klassenerhalt soll und muss her. Haben Sie ein Bauchgefühl für die weitere Perspektive in der Rückrunde?
Bilanovic: Es war von Anfang an klar, dass jedes Spiel ein Endspiel für uns wird. Aus den ersten beiden Spielen haben wir drei Punkte geholt, ich hätte gerne vier gehabt. Jetzt ist unser Puffer auf die Abstiegszone aufgebraucht, der Druck wird dadurch natürlich noch größer – und das Woche für Woche. Wir müssen auf der guten Heimleistung, die wir bis zum 17:14 in der 35. Minute gegen Coburg gezeigt haben, aufbauen. Das war Handball, wie ich ihn mir vorstelle. Die Abwehr muss immer, auch auswärts, den richtigen Biss zeigen. Wenn wir dann auch vorne unser Leistungsvermögen auf die Platte bekommen und das deutlich konstanter als bisher, dann sind wir in keinem Spiel chancenlos. In dieser Zweiten Liga ist die Tagesform entscheidend, jeder kann jeden schlagen. Wir werden weiter hart arbeiten und alles geben, was möglich ist.
mD: Heute kommt der TV Emsdetten ins Sportcenter, der nach dem Hinrundenspiel, das der TSV mit 37:29 (22:12) gewonnen hat, sicherlich auf Revanche brennen wird. Der TVE hat zuletzt daheim gegen Aue gewonnen und davor beim TuS N-Lübbecke remis gespielt. Was erwarten Sie?
Bilanovic: Emsdetten wird auf das Spiel bei uns maximal hungrig sein. In der Hinrunde hat der TSV eine traumhaft gute Leistung gezeigt, der TVE war an dem Abend in allen Mannschaftsteilen schwach. Die werden jetzt ein ganz anderes Gesicht zeigen, denn sie brauchen genau wie wir die beiden Punkte und wollen die Hinrundenniederlage ausmerzen.
mD: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für das Heimspiel!

Achtung Dreharbeiten

In der Nacht von Freitag, 15. März, auf Samstag, 16. März, finden in Delhoven zwischen 21 Uhr am Abend und 4 Uhr am frühen Morgen auf der L 280 im Bereich zwischen der Hauptstraße und dem Waldparkplatz am Knechtstedener Busch sowie auf einem Teilstück des Chrysantemenwegs Dreharbeiten für den Kinofilm „Auerhaus“ statt. Die Straße ist weiterhin befahrbar, wird jedoch für Intervalle von etwa je drei Minuten gesperrt, so dass es dort zu kurzen Wartezeiten kommen kann. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwochabend, 18. März, mit – leider zu spät für die Printausgabe des Rheinischen Anzeigers, der an diesem Tag erschienen war, und leider auch als Ankündigung für die nächste Ausgabe des SCHAUFENSTERs am Samstag, 16. März, zu spät. Wir informieren unsere Leser dennoch gerne via meinDORMAGEN, dem Internetportal für die Stadt Dormagen. (-oli)