Probleme mit BvA-Aula

War die Präsentation der kernsanierten Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums (BvA) beim städtischen Neujahrsempfang so etwas wie eine Mogelpackung? Der Männerchor Bayer Dormagen jedenfalls musste mit seinem dort für den 24. März geplanten Frühjahrskonzert in die Aula des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden ausweichen.

Beim Neujahrsempfang hinterließ die kernsanierte BvA-Aula einen schmucken Eindruck. (Foto: -oli)

Bürgermeister Erik Lierenfeld hatte beim Neujahrsempfang am 10. Februar selber drauf hingewiesen, dass die Handwerker quasi noch bis zur letzten Sekunde gearbeitet haben, damit die Veranstaltung in der kernsanierten BvA-Aula überhaupt über die Bühne gehen konnte. Seitdem ist mehr als ein Monat vergangen und in der optisch schmucken Aula hat bislang bis auf den internen Schulkarneval keine weitere Veranstaltung stattgefunden. Hauptursache dafür: Die drei alten Eingangstüren, durch die die Besucher in den Saal gelangen, wurden im Zuge der Sanierung etwa einen Meter in Richtung Foyer versetzt. In der neuen Saalwand befinden sich drei Türstürze, die dafür vorgesehen sind, Brandschutztüren aufzunehmen. Die sind aber (Stand Donnerstagnachmittag, 14. März) noch immer nicht da respektive noch nicht vollständig eingebaut worden. Solange das nicht geschehen ist, ist eine vollständige Brandschutzabnahme wohl nicht möglich. Eine Vermietung für eine Veranstaltung ist deshalb derzeit wohl nur zulässig, wenn der Veranstalter eine Brandsicherheitswache stellt. Dazu sind entsprechend qualifizierte Personen (zum Beispiel Feuerwehrleute) einzusetzen, die vom jeweiligen Veranstalter bezahlt werden müssten. Kosten, die kein Veranstalter gerne zusätzlich schultert. Dass es Probleme gibt, bekam schon der Männerchor Bayer Dormagen zu spüren, der in dem städtischen Gymnasium sein Frühjahrskonzert für Sonntag, 24. März, geplant und öffentlich beworben hatte. Doch dann mussten die Chorverantwortlichen vermelden, dass es eine neue Spielstätte gibt: Die Operette „Das Pariser Leben“ von Jacques Offenbach wird nun in Knechtsteden aufgeführt. Dem Chor wurde als Begründung für den Ausfall der BvA-Aula nach Informationen von meinDORMAGEN mitgeteilt, dass die Bestuhlung nicht rechtzeitig bestellt worden und noch nicht da sei. Das soll aber nur ein vorgeschobener Grund gewesen sein, denn die Stühle sollen sehr wohl vor Ort sein. Geklärt zu sein scheint allerdings noch immer nicht, wer dafür zuständig ist, die Stühle und im Bedarfsfall auch die Podeste für eine sukzessive Erhöhung der Stuhlreihen auf- und abzubauen. Damit dürften in erheblichem Umfang Arbeitsstunden und entsprechende Personalkosten verbunden sein.

Ein weiteres Problem gibt es dem Vernehmen nach in den Bühnengarderoben: Dort soll noch so viel Müll und Dreck liegen, dass sie nicht benutzbar seien. Mal abgesehen davon, dass die Räume nach einer Räumung des Unrats erst einmal gründlich gereinigt werden müssten. Jetzt kann man dem Bürgermeister sicherlich nicht unterstellen, dass er die Öffentlichkeit bewusst getäuscht hat, indem er die Inbetriebnahme der Aula beim Neujahrsempfang als Erfolg „verkaufte“. Dass dort mit heißer Nadel bis zum letzten Moment „gestrickt“ wurde, ist nicht verwerflich. Verwerflich ist aber, dass seitdem offensichtlich nicht ausreichend daran weiter gearbeitet wurde, die Aula vollumfänglich nutzungsfähig und vermietbar zu machen. Im Bereich des Brandschutzes geht der „Schwarze Peter“ wohl einmal mehr an den Eigenbetrieb, der für das Projekt zuständig ist. (Oliver Baum)